KI-gestützte Tumorgenomik für eine präzisere Krebstherapie
Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ist Teil des neuen Forschungsnetzwerks AI4CancerCure.NRW. Das Land Nordrhein-Westfalen investiert 200 Millionen Euro in das standortübergreifende Netzwerk.

Das Netzwerk soll die Expertise der nordrhein-westfälischen Universitätsmedizin in Krebsforschung und Künstlicher Intelligenz zusammenführen. Ziel ist es, neue Möglichkeiten für Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen zu entwickeln und Forschungsergebnisse schneller in die Patientenversorgung zu übertragen.
„Wir freuen uns sehr über diese bedeutende Förderung und darüber, dass das UKD seine wissenschaftliche und klinische Expertise in dieses landesweite Netzwerk einbringen kann“, sagt Prof. Dr. Kirsten Schmieder, Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Düsseldorf. „AI4CancerCure.NRW schafft wichtige Grundlagen für die Krebsmedizin der Zukunft. Entscheidend ist für uns, dass wissenschaftlicher Fortschritt möglichst schnell bei den Patientinnen und Patienten ankommt. Genau dafür steht unser Anspruch am UKD: Hier entsteht die Medizin von morgen.“
Am Standort Düsseldorf bringen das UKD und die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ihre Expertise insbesondere in die Entwicklung von KI-Plattformen für die Tumorgenomik ein. Dabei sollen maschinelle Lernverfahren entwickelt werden, die komplexe genomische Profile von Tumoren auswerten und dazu beitragen können, den Erfolg unterschiedlicher Therapieansätze besser vorherzusagen. Ziel ist es, die biologischen Besonderheiten einer Krebserkrankung noch präziser zu erfassen und diese Informationen für individuellere Therapieentscheidungen nutzbar zu machen.
Prof. Dr. Sascha Dietrich, Stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKD und Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie, erklärt: „Tumoren können sich auf molekularer Ebene erheblich voneinander unterscheiden – selbst bei Patientinnen und Patienten mit derselben Diagnose. Mit modernen genomischen Verfahren gewinnen wir heute enorme Mengen an Informationen über diese individuellen Unterschiede. Die Herausforderung besteht darin, daraus diejenigen Muster zu erkennen, die für die Wahl und den Erfolg einer Therapie entscheidend sind. Genau hier kann Künstliche Intelligenz einen wichtigen Beitrag leisten.“
Dietrich weiter: „Unser Ziel ist es, maschinelle Lernverfahren so weiterzuentwickeln, dass wir komplexe Tumorprofile künftig noch besser interpretieren und das Ansprechen auf Therapien präziser vorhersagen können. Das ist ein wichtiger weiterer Schritt hin zu einer personalisierten Krebsmedizin, bei der wir für den einzelnen Patienten möglichst gezielt die Therapie auswählen, von der er am stärksten profitieren kann. Auf dieser Basis sollen so auch neue Krebsmedikamente in diesem Verbund entwickelt werden.“
In AI4CancerCure.NRW arbeiten die Universitätsklinika Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster unter Beteiligung der TU Dortmund zusammen. Das Netzwerk bündelt Kompetenzen aus Onkologie, Künstlicher Intelligenz, Wirkstoffentwicklung, Bildgebung, Datenwissenschaften und klinischer Forschung. Eine gemeinsame digitale Infrastruktur soll es ermöglichen, Forschungsdaten und Algorithmen standortübergreifend zu nutzen und neue Erkenntnisse schneller in klinische Anwendungen zu überführen.
„Für das UKD ist die Beteiligung an AI4CancerCure.NRW damit ein weiterer wichtiger Schritt, datenbasierte und personalisierte Medizin weiterzuentwickeln und neue wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst schnell für die Versorgung von Patientinnen und Patienten nutzbar zu machen,“ fasst Prof. Nikolaj Klöcker zusammen, Dekan der Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Vorstandsmitglied des UKD.










