17.03.2026 • News

„Lotte“ - eine Therapiebegleithündin

Asklepios Klinik Schildautal Seesen: Im Einsatz für Schwerkranke

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Seine „Dienstkleidung“, ein kleines Kleidungsstück mit der Aufschrift, dass Lotte Therapiebegleithündin ist
© Asklepios

Therapiehunde sind immer noch etwas Besonderes in Kliniken, sie helfen, beruhigen, sind unter anderem gut bei der Betreuung von schwerkranken Patient:innen. „Lotte“, eine Doodle-Hündin, eine Mischung aus Pudel und anderen Hunderassen, hat nach zwei Jahren Ausbildung in einer privaten Hundeschule ihre Prüfung bestanden, zusammen mit ihrem Team. Sie ist jetzt offiziell „Therapiebegleithündin“, der Arbeitsplatz der tierischen Mitarbeiterin: die Asklepios Klinik Schildautal Seesen. Dort wird Lotte vorwiegend Patient:innen der Neurologischen Frührehabilitation (NFR) mit begleiten, mit im Team betreuen.

Immer dabei bei der Ausbildung: Lottes „Herrchen“ und Chef, Dr. Ralph Thinius, Chefarzt der NFR und der Klinik für Neurologie in der Asklepios Klinik Schildautal Seesen. Als Welpe begann Lotte ihre Ausbildung im Herbst 2023, erst wurde sie zum Begleithund, zur Begleithündin geschult, standesgemäß in der „Welpenschule“, dann weiter zur Therapiebegleithündin. 100 bis 120 Kurseinheiten, insgesamt gut zwei Jahre dauerte die Ausbildung - anerkannt und zertifiziert wird Lotte nun nach bestandener Prüfung Patient:innen offiziell mit begleiten. Unter anderem musste sich die Doodle-Hündin anfangs bei einer Führung durch die Asklepios Klinik Schildautal erst mal an die Umgebung gewöhnen. „Dabei lernte sie viel, vor allem, sich an Menschen zu gewöhnen“, sagt Dr. Thinius.

„Therapie-Begleithunde im Krankenhaus sind schon eher eine Besonderheit und im Kommen, ein Trend", sagt Nils Arnhold, Betriebsleiter für die Asklepios Therapie GmbH, Betriebsteil Seesen in der Schildautal Klinik. Auch er war bei der Lotte-Schulung stets dabei. Er ist staatlich anerkannter, studierter Physiotherapeut (Diplom und Bachelor). „Therapiehunde haben einen guten Einfluss auf Patient:innen, beispielsweise bei Depressionen“, erläutert er. Hunde scheinen einen „siebten Sinn“ dafür zu entwickeln, wann es Menschen körperlich oder seelisch schlecht geht, haben Wissenschaftler festgestellt. Die Hunde erspüren oftmals die Stimmungen ihrer Menschen und versuchen, ihnen aktiv beizustehen.

Therapiehunde bzw. Therapiebegleithunde, das sind professionell ausgebildete Hunde, die im medizinischen Einsatz tätig sind. Sie helfen Menschen, bestimmte Krankheiten zu überwinden oder die Krankheitssymptome zu lindern. Therapiehunde werden, so die Fachexperten, gezielt im Zusammenhang medizinischer Behandlungen eingesetzt und haben sich bisher besonders bei Sprachtherapien, Heilpädagogik, Ergotherapie und der Psychotherapie bewährt. Sie lindern Angstzustände, Aggressionsausbrüche, Sprach- oder Sozialstörungen und vielfältige Stresssymptome.

Vieles ist zu beachten bei Therapiehunden und ihrer Ausbildung: beispielsweise die Arbeitszeiten, die Hygiene. Ein Therapiehund darf am Tag in der Regel maximal 45 Minuten im Einsatz sein, er muss gesund, geimpft und mental ausgeglichen sein. Eine einzeltherapeutische Sitzung darf er nur dreimal pro Woche begleiten, damit er nicht überanstrengt wird. Das Ausbildungs-Programm ist genau abgesteckt. Die „International society for animal assisted therapy“, ISAAT, schreibt dazu: "...Im Unterschied zur Akkreditierung der Fachkraft-Weiterbildung in tiergestützter Therapie, Pädagogik oder Aktivitäten, die lediglich auf die Ausbildung des Menschen zielen, werden in diesen Basisausbildungen der Mensch und der Hund als gemeinsames Team ausgebildet. Die entsprechende Ausbildung sollte eine theoretische Basis für den Menschen, einen Eignungstest des Teams zu Beginn sowie einen finalen Test am Ende der Ausbildung (Praxis für das Team und Theorie für den Menschen) enthalten. Das Currikulum zertifiziert nicht den Hund als Therapiebegleithund per se. Der Hund hat diese Funktion lediglich im Team zusammen mit dem Menschen, der gemeinsam mit ihm die Basisausbildung absolviert und bestanden hat, nicht mit anderen Menschen."

Hintergrund:
Was bewirkt tiergestützte Therapie?
Der Kontakt mit einem Therapiehund kann viele positive Effekte haben:
-Motivation & Aktivierung – fördert die Teilnahme an Therapie und Bewegung
- Emotionale Stabilität – wirkt angstlösend, stimmungsaufhellend und beruhigend
- Stress- & Schmerzreduktion – kann das subjektive Wohlbefinden deutlich steigern
- Förderung von Kommunikation & Sozialkontakt – besonders wertvoll bei neurologischen oder geriatrischen Patient:innen
- Stärkung von Selbstvertrauen & Lebensfreude – kleine Erfolgserlebnisse mit großer Wirkung
Manchmal reicht schon ein Streicheln, ein Blickkontakt oder ein gemeinsamer Moment, um neue Kraft zu schöpfen.
Organisation & Ablauf
- Die Therapie mit Lotte ist kostenfrei
- Sie kann über die Station oder die Therapeuten angefragt werden
- Auf Wunsch ist die Therapie im Beisein von Angehörigen möglich
- Der Einsatz erfolgt stets hygienisch, sicher und angepasst an den Gesundheitszustand

Gemeinsamer Grund zur Freude: Dr.med. Ralph Thinius, Chefarzt der NFR und der...
Gemeinsamer Grund zur Freude: Dr.med. Ralph Thinius, Chefarzt der NFR und der Klinik für Neurologie in der Asklepios Klinik Schildautal Seesen, Anja Pape Nieto, Physiotherapeutin, Lotte und Zeugnis
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