Mehr Sicherheit und Effizienz für Patienten und Mitarbeiter
Das Klinikum EvB setzt einen weiteren Meilenstein in der modernen und sicheren Patientenversorgung: Die Krankenhausapotheke des Klinikums hat Anfang Mai 2026 das Unit-Dose-System eingeführt. Mit diesem innovativen Verfahren werden Arzneimittel vollautomatisch und patientenindividuell verpackt und gekennzeichnet, was als einer der sichersten Versorgungswege für Krankenhauspatienten gilt. Außerdem entlastet es das Pflegepersonal und stärkt die direkte Patientenversorgung.

„Mit dem Unit-Dose-System erhöhen wir die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten, da es Medikationsfehler auf allen Ebenen des Medikationsprozesses – von der Verordnung bis zur Verabreichung – deutlich reduziert. Und wir kommen dem Ziel eines in sich geschlossenen, digitalen und transparenten Medikationsprozesses, dem Closed-Loop-Medication-Management, einen großen Schritt näher. Dies unterstützen wir durch Stationsapotheker, denn die Arzneimitteltherapiesicherheit ist das zentrale Handlungsfeld der Arbeit unserer Krankenhausapotheke“, erläutert Dr. rer. nat. Ulrich Warnke, Chefapotheker am Klinikum EvB. Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses mit dem Ziel, Medikationsfehler und damit vermeidbare Risiken für Patienten bei der Arzneimitteltherapie zu verringern.

Von der Verordnung bis an das Patientenbett
Ein Arzt verordnet tagesaktuell und digital über die Patientenakte die Medikamente. Diese Verordnung wird von den Apothekern in der Krankenhausapotheke hinsichtlich Dosierung, Wechselwirkungen und Auswahl der Arzneimittel auf Plausibilität geprüft und gegebenenfalls gemeinsam mit dem ärztlichen Personal angepasst. Erst nach dieser pharmazeutischen Freigabe startet die automatisierte Einzelverpackung der Medikamente. Zwei Unit-Dose-Automaten verpacken im neu eingerichteten Herstellungsraum der Krankenhausapotheke Tabletten und Kapseln unter kontrollierten Bedingungen in kleine, patientenindividuelle Tütchen – Blister. Ein Inspektionsgerät erstellt im nächsten Schritt Fotos jedes einzelnen Blisters und überprüft die Identität der enthaltenen Arzneimittel anhand von Form, Farbe und Größe. Vor der täglichen Auslieferung erfolgt zudem die Freigabe durch einen Apotheker. Anschließend werden die Blister auf den Stationen durch das Pflegepersonal an die Patienten ausgegeben. Die lückenlose Dokumentation der Arzneimittelverabreichung in der Krankenakte erfolgt durch Scannen des Patienten-Barcodes.
Vorteile der Unit-Dose-Versorgung
Die neue, automatisierte Logistik entlastet spürbar das Pflegepersonal, das bisher einen Großteil der Medikamentenvorbereitung übernehmen musste: auf den Stationen reduziert sich das Stellen der oralen Medikation auf ein Minimum. Die somit gewonnene Zeit können die Pflegekräfte direkt für die Patientenversorgung einsetzen.
Das Unit-Dose-System macht die Anwendung oraler Arzneimittel im Klinikalltag übersichtlicher und besser nachvollziehbar. Für die Patienten ist die eindeutige Beschriftung der Tütchen, die sie über ihre Arzneimittel und die korrekte Einnahme informiert, eine unmittelbare Verbesserung. Über einen QR-Code auf dem Tütchen können sie zusätzlich die digitale Gebrauchsinformation mit weiterführenden Informationen abrufen.
Schrittweiser Ausbau geplant
Das Projekt befindet sich aktuell in der Pilotphase. Die Abläufe werden zunächst in der Klinik für Urologie implementiert. In den nächsten Monaten soll Unit-Dose schrittweise für alle Normalstationen ausgerollt werden.
Jule Helal, IT-Projektmanagerin im Klinikum EvB: „Closed Loop Medication Management beschreibt den Medikationsprozess der Zukunft, dem aktuell nur wenige Krankenhäuser in Deutschland sehr nahe kommen. Das Klinikum Ernst von Bergmann zählt in diesem Bereich nun seit kurzem ebenfalls zu den Vorreitern. Die Unit-Dose-Versorgung nutzt die Daten aus der vorhandenen elektronischen Patientenakte. Der geschlossene Medikationsprozess sorgt dafür, dass alle Beteiligten mit denselben aktuellen Informationen arbeiten. Ziel ist maximale Arzneimitteltherapiesicherheit, indem von der ärztlichen Verordnung bis zur Anwendung der Medikamente alle Schritte digital erfasst, überprüft und dokumentiert werden.“
„Mit der Unit-Dose-Versorgung unterstreicht das Klinikum EvB seinen Anspruch, innovative Technologien gezielt einzusetzen – für mehr Sicherheit, Qualität und Patientenorientierung im Klinikalltag“, ergänzt Dr. med. Christian Unzicker, Geschäftsführer Klinische Versorgung und Sanierung am Klinikum Ernst von Bergmann. „Die Einführung erfolgt schrittweise in den verschiedenen Bereichen des Klinikums. Ziel ist es, das System künftig auf einem Großteil der Stationen einzusetzen und so die Versorgungsqualität nachhaltig weiter zu verbessern.“










