Meilenstein in der endoskopischen Adipositastherapie
Am Universitätsklinikum Mannheim ist erstmals in Deutschland das neuartige, vollautomatisierte endoskopische Nahtsystem NitiNotes zur Anlage eines endoskopischen Schlauchmagens (Endo-Sleeve) erfolgreich eingesetzt worden.

Der Eingriff in der Zentralen Interdisziplinären Endoskopie (ZIE) verlief komplikationslos und markiert einen wichtigen Meilenstein für die endoskopische Behandlung von Adipositas.
Der endoskopische Schlauchmagen ist ein minimalinvasives Verfahren zur Gewichtsreduktion, das vollständig endoskopisch über eine Magenspiegelung durch den Mund durchgeführt wird – ohne chirurgische Operation. Statt Nadel und Faden per Hand zu führen, übernimmt ein computergesteuerter Nähkopf den gesamten Stich: Er erfasst Gewebeabstand und -spannung, setzt den Stich exakt und verknotet ihn automatisch. Durch die Verkleinerung und Verkürzung des Magens tritt das Sättigungsgefühl früher ein, was eine nachhaltige Gewichtsabnahme unterstützen kann. Die Besonderheit von NitiNotes liegt in seiner vollautomatisierten Nahttechnik: Während die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ihre Expertise vor allem bei der präzisen Positionierung des Systems einbringen, führt das Gerät den Nahtvorgang standardisiert und automatisiert aus. Durch die Standardisierung lässt sich die Behandlung optimieren und die Eingriffszeit verkürzen, sodass der Eingriff für Patient*innen noch schonender ist.
„Wir sind überzeugt, mit dieser Innovation das Spektrum sinnvoller Behandlungsoptionen für Patientinnen und Patienten mit krankhafter Adipositas weiter zu erweitern. Der Einsatz des automatisierten Nahtsystems ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Standardisierung, Sicherheit und Verlässlichkeit in der endoskopischen Adipositastherapie“, erklärt Prof. Dr. med. Sebastian Belle, Leiter der Zentralen Interdisziplinären Endoskopie.
Langjährige Erfahrung in der endoskopischen Adipositastherapie
Der endoskopische Schlauchmagen selbst ist am Universitätsklinikum Mannheim seit Jahren erprobt: Die ZIE setzt unterschiedliche Techniken dieses Verfahrens bereits seit mehr als fünf Jahren ein und hat den Bereich in den vergangenen zwei Jahren gezielt weiter ausgebaut.
Als fester Bestandteil des Adipositas Zentrums Rhein-Neckar am Universitätsklinikum Mannheim betreut die ZIE Patientinnen und Patienten vor und nach konventionellen bariatrischen Operationen sowie im Rahmen der endoskopischen Therapie als primärer Behandlungsoption – von Jugendlichen bis hin zu Erwachsenen. Verstärkt wurde das Team vor über zwei Jahren durch Dr. med. Christine Stier (Stellvertretende Leitung der ZIE/ Bereichsleitung bariatrische Endoskopie), eine international anerkannte Expertin für Adipositastherapie und endoskopische Adipositasbehandlung. Welche Therapie im Einzelfall die geeignete ist, wird stets gemeinsam im interdisziplinären Team entschieden: „Im Bariatrischen Zentrum bündeln wir die Expertise aus Chirurgie, Endoskopie und weiteren Fachdisziplinen. So können wir unseren Patientinnen und Patienten aus allen verfügbaren Verfahren jeweils den medizinisch besten Ansatz anbieten“, erläutert Dr. med. Christine Stier.
Tertiäres Zentrum mit hoher Expertise
Die ZIE führt derzeit rund 50 bariatrische endoskopische Interventionen pro Jahr durch – mit steigender Tendenz. Als ausgewiesenes tertiäres Zentrum mit einem hohen Anteil komplexer Eingriffe verfügt es über eine besondere Expertise in der endoskopischen Adipositastherapie. Mit Prof. Dr. med. Sebastian Belle und Dr. med. Christine Stier arbeiten zwei national und international anerkannte Spezialisten auf diesem Gebiet am Standort. Diese Erfahrung war für den Hersteller ein entscheidender Grund, den deutschlandweiten Ersteinsatz von NitiNotes am Universitätsklinikum Mannheim durchzuführen.











