Wenn Systeme tragen müssen: Einblick in Estland
Während Gesundheitssysteme komplexer werden, steigert Estlands HealthTech-Ökosystem die Effizienz, von KI-Pflegeplanung bis zur Präzision einzelner Komponenten.


Personalmangel, steigende Kosten und fragmentierte IT-Landschaften setzen Gesundheitssysteme heute dauerhaft unter Druck. In Estland ist digitales Vertrauen ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsinfrastruktur. In einem System, in dem der überwiegende Teil der Gesundheitsdaten digital vorliegt, behalten Bürgerinnen und Bürger die Kontrolle über ihre Daten – eine Transparenz, die eine enge Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor ermöglicht.
Vor diesem Hintergrund haben sich Lösungen etabliert, die digitale Prozesse mit der industriellen Fertigung verbinden – von der Pflegeplanung bis zur präzisen Herstellung medizinischer Komponenten. Diese strukturellen Rahmenbedingungen spiegeln sich in den Unternehmen wider, die in diesem Umfeld tätig sind.
„Deutsche Partner schätzen Zuverlässigkeit, Präzision und eine pragmatische, lösungsorientierte Arbeitsweise. Diese Eigenschaften prägen auch viele estnische Unternehmen“, erklärt Leana Kammertöns, Exportberaterin für Deutschland bei Enterprise Estonia. „Kooperationen verbinden dabei etablierte Standards mit einer digital geprägten Herangehensweise.“
Lösungen für ein resilientes Gesundheitssystem
Diese im Bereich „digital” angesetzte Denkweise adressiert die Fachkräftekrise direkt, indem sie Werkzeuge schafft, mit denen man das Thema Personalmangel direkt angeht. Das estnische Unternehmen Rehasoft demonstriert dies mit seiner KI-gestützten Software zur automatisierten Planung der häuslichen Pflege. „Europa altert schnell, und der Pflegebedarf übersteigt das verfügbare Personal. KI ist unerlässlich, weil wir einfach nicht genug Pflegekräfte einstellen können“, sagt Kari Maripuu, CEO von Rehasoft.
Die Patientensicherheit im klinischen Umfeld ist ein weiterer Schwerpunkt. Zuverlässige Lösungen umfassen MDR-zertifizierte Atemschutzprodukte von Pharma Systems für den Intensivbereich, Vakuum-Blutentnahmesysteme aus GMP-zertifizierten Reinräumen von InterVacTechnology und hautschonende Infektionsprävention für medizinisches Personal von Chemi-Pharm. Im physischen Umfeld entwickelt Eumar Design hygienische, nahtlose Oberflächenlösungen, die den Reinigungsaufwand reduzieren.
Die Präzision hinter der Technologie
Die Grundlage dieser Lösungen bildet Estlands starkes Fundament im Präzisionsmaschinenbau. Hier agieren estnische Hersteller als proaktive Partner. „Viele Kunden kommen zu uns, weil sie von Anbietern müde sind, die nur ‚nach Spezifikation fertigen‘“, sagt Kristina Maks, Sales Manager bei CNC Star. „Wir agieren als Fertigungspartner – lösen proaktiv Toleranzprobleme und passen uns an reale Produktionsanforderungen an.“
Eine ähnliche Hingabe zeichnet Mikroonik aus, ein in zweiter Generation geführtes Familienunternehmen mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Herstellung ultrapräziser Mikrokomponenten für die Endoskopie. Das Engagement für Präzision erstreckt sich aber auch auf die gesamte Lieferkette. TT Print, ein auf den Pharmabereich spezialisierter Druckdienstleister, liefert die konformen Verpackungen für den Pharmasektor in ganz Europa.
„In den heutigen Pharma-Lieferketten benötigen Kunden eine vertrauenswürdige Erweiterung ihres eigenen Teams“, erklärt Martin Voolpriit, Quality Systems Manager bei TT Print.
Seit Jahren sind diese und andere estnische Unternehmen regelmäßige Aussteller auf der Medica und nutzen Fachmessen, um neue Partnerschaften aufzubauen.















