Bluttest gibt Einblicke in Hirnschäden nach Schlaganfall
Wie lässt sich der Schweregrad eines Schlaganfalls im Blut ablesen? Im Interview erklärt Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen Tiedt, Neurologische Klinik LMU Klinikum München, was der Biomarker Brain-derived Tau (BD-tau) für Diagnostik, Therapie und klinische Praxis bedeutet.
Dr. Jutta Jessen, Weinheim

Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen Tiedt
Priv.-Doz. Dr. med. Steffen Tiedt ist Neurologe, Oberarzt auf der Stroke Unit und Leiter der Forschungsgruppe „Molekulare Biomarker“ am Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung der LMU München. Nach Medizinstudium, Promotion und PhD an der LMU spezialisierte er sich auf blutbasierte Biomarker beim ischämischen Schlaganfall. Seine Arbeitsgruppe verbindet klinische Schlaganfallforschung, ultrasensitive Messverfahren und Omics-Analysen, um Biomarker für akute Hirnschädigung zu entdecken und dadurch die Diagnostik und Therapie neurologischer Patienten zu verbessern.
In der Akutphase des ischämischen Schlaganfalls liefern CT und MRT häufig nur Momentaufnahmen, der Verlauf und Therapieeffekte lassen sich damit nur begrenzt engmaschig verfolgen. Mit Brain-derived Tau (BD-tau) rückt ein Blutmarker in den Fokus, der Ausmaß und Dynamik der Hirnschädigung abbilden und Therapieeffekte messbar machen könnte. Was das für das Labor, die Klinik und Point-of-Care-Strategien im Krankenhaus bedeutet erläutert Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen Tiedt, Wissenschaftler am Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) und Oberarzt der Stroke Unit der Neurologischen Klinik des LMU Klinikums München.
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