Diakonie-Krankenhaus Harz: IT-System Apenio für Pflegeplanung und -dokumentation


Diakonie-Krankenhaus Harz: IT-System Apenio für Pflegeplanung und -dokumentation. Wenn vom papierlosen Krankenhaus die Rede ist, spart das meist die Pflege aus. Hier bestimmen oft noch handschriftliche Aufzeichnungen den Alltag, die im besten Fall später manuell in ein EDV-System übertragen werden. Dieses Vorgehen bedeutet einen doppelten Aufwand und birgt ein hohes Fehlerpotential. Das Diakonie-Krankenhaus Harz hat das erkannt und setzt seit Oktober 2004 auf apenio, die Pflegeplanung und -dokumentation des Bremer IT-Dienstleisters atacama.
Heute arbeiten die Häuser mit einem System, das alle Pflegeprozessschritte vom Assessment bis zur Evaluation vollständig abbildet. „Durch die hinterlegte wissenschaftliche Typologie arbeiten alle Pflegenden mit einer einheitlichen Sprache und entwickeln damit ein einheitliches Verständnis von Pflege. Die Anwendung aktueller Erkenntnisse der Pflegewissenschaft ist Grundlage des Pflegeprozesses, in Verknüpfung mit anerkannten Skalen und Katalogen. Dabei bietet das System auch die Möglichkeit einer hausspezifischen Konfiguration, z. B. bei Interventionen, Hilfsmitteln und standardisierten Pflegeplänen als Vorlage zur individuellen Anwendung“, so Pflegedienstleiter Hans-Christoph Wisch.
Nahtloser Workflow unterstützt Patientenbetreuung
Die Pflegesoftware ist in die IT-Landschaft der Häuser integriert und übernimmt die Patientenstammdaten und Aufnahmediagnose über einen Kommunikationsserver mittels HL7-Schnittstelle aus dem Krankenhaus-Informationssystem (KIS). Ist der Patient dann auf Station, findet das Aufnahmegespräch (Assessment) statt und wird mit den ärztlichen Anordnungen im System erfasst. Anhand dieser Daten erstellt die Pflegekraft eine Pflegeplanung mit Interventionen und Evaluationszeitpunkten. Dazu schlägt apenio Standardpflegepläne vor, die jeweils übernommen oder patientenindividuell angepasst werden können.
Sind die Pflegemaßnahmen erbracht, findet zeitnah die Leistungserfassung statt. „Das System zeigt alle erbrachten Leistungen an, die von der Pflegekraft bestätigt werden. Da nicht durchgeführte Leistungen begründet werden müssen, entsteht eine umfassende und sichere Dokumentation, die auch Nachfragen des MDK standhält“, erläutert Verwaltungsleiter Christian Wisch. „Darüber hinaus generiert das System automatisch pflegerelevante Nebendiagnosen und ermittelt die PPR (Pflege-Personalregelung). Alle Pflegedaten können problemlos ausgewertet und dargestellt werden.“
Steigerung der Pflegequalität und Erlöse
„Die Hauptvorteile der Anwendung von apenio liegen für mich in der Vermeidung von Doppelerfassungen, der Transparenz und Durchgängigkeit der Leistungserbringung sowie der Rechtssicherheit durch die Leistungsdarstellung“, fasst der Verwaltungsleiter zusammen. Sein Bruder setzt als Pflegedienstleiter einen weiteren Schwerpunkt: „Die integrierte Pflegetypologie gewährleistet einen standardisierten, einheitlichen Sprachgebrauch für die Beschreibung von Patientensituationen und Pflegebehandlungen mit einem hohen Maß an Objektivität in der Dokumentation der Pflegeprozessdaten. Das schafft Vergleichbarkeit und eine einheitliche Definition.“
Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Steigerung und Sicherung der Pflegequalität. Das System fordert durch die Evaluation dazu auf, die Wirksamkeit der geleisteten Maßnahmen zu überprüfen, abzubilden und zu dokumentieren. So entsteht eine hohe Motivation zur Reflektion des eigenen Pflegehandelns, unterstützt durch die Verbindung mit pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen.
Nicht nur die Qualität der Pflege wird mit apenio gesteigert, auch die Dokumentationsqualität gewinnt durch die EDV-Unterstützung der Pflege, so der Pflegedienstleiter: „Eine qualitativ hochwertige Dokumentation aller Pflegeprozessschritte bringt Transparenz in alle Elemente des Pflegeprozesses. Auch bei kurzen Liegezeiten ist durch standardisierte Pflegebehandlungspläne, die für den Einzelfall individualisiert werden können, eine vollständige Dokumentation aller Schritte ohne hohen Zeitaufwand möglich.“
Rückblickend auf die Kosten- und Einnahmesituation von Krankenhäusern hebt Christian Wisch abschließend einen weiteren Aspekt hervor: „Die auf Basis der dokumentierten Leistungen automatisch vorgeschlagenen pflegerelevanten Nebendiagnosen bringen Einsparungen an Zeit und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erlössteigerung des Krankenhauses. In Einzelfällen können wir eine Steigerung von 200 € bis gelegentlich nahe 1.000 € erzielen.“
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