Epidemiologie, Hygiene, Antibiotikaprophylaxe


Epidemiologie, Hygiene, Antibiotikaprophylaxesind die zentralen Themen des 8. Ulmer Symposiums „Krankenhausinfektionen". Die Veranstaltung findet unter der Leitung von Prof. Dr. Steffen Stenger, Ärztlicher Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Ulm, und Prof. Dr. Heike von Baum, Leiterin der Sektion Klinikhygiene, vom 22. bis 24. April im Edwin-Scharff-Haus Neu-Ulm statt.
Sie hat sich in den letzten Jahren mit mehr als 700 Teilnehmern, über 100 Fachbeiträgen und etwa 40 Industrieausstellern zu einer der größten Fachkonferenzen im Bereich der Hygiene und Infektionsprävention entwickelt. Eröffnet wird das Symposium mit einer Sitzung zum Thema MRSA-Netzwerke mit Beiträgen zum Wernigeroder Erfahrungsaustausch (Prof. Dr. Martin Mielke, RKI Berlin), dem Erfolgsprojekt Euregio (PD Dr. Alexander Friedrich, Münster) und praktischen Erfahrungen auf Krankenhaus- (Hans Eberhardt, Heidenheim) und Länder-Ebene (Prof. Dr. Caroline Herr, München). Klinische Schwerpunkt-Themen sind in diesem Jahr Hygieneprobleme in der Neurochirurgie und bei hämatologisch- onkologischen Patienten. In der Sitzung zur Neurochirurgie konzentrieren sich die Beiträge vor allem auf die Kontaminations- und Infektionsproblematik extraventrikulärer Drainagen (PD Dr. Alfred Aschoff, Heidelberg) und Shunts. Neben der Vorstellung des „Homburger Präventionsmodels“ für Shuntinfektionen (Dr. Somar Chehab, Homburg) und den neuesten Daten zur Ventrikeldrainagen-assoziierten Meningitis (Dr. Christine Geffers, Berlin) wird die Frage des Nutzens Antibiotika-imprägnierter Shunts (Dr. Rainer Ritz, Tübingen) diskutiert.
Durch die ständige Verbesserung in Diagnosik und Therapie schwerwiegender hämatologisch-onkologischer Grunderkrankungen nimmt die Zahl der Patienten mit lang anhaltender Immunsuppression stetig zu. Daraus ergeben sich neue Herausforderungen bezüglich der für dieses Patientenkollektiv nötigen Präventionsmaßnahmen. Die aktuellste nationale Leitlinie zu diesem Thema stellt PD Dr. Arne Simon, Bonn, vor. Ein nicht unerhebliches zusätzliches Infektionsrisiko tragen onkologische Patienten mit voll implantierten zentralen Venenkathetern (Ports). Kai Santos, Bonn, berichtet daher über spezielle Aspekte der Portpflege bei hämatologisch- onkologischen Patienten und Prof. Dr. Markus Dettenkofer, Freiburg, spricht über sinnvolle Dekontaminationsmaßnahmen von Haut und Schleimhäuten zur Infektionsprophylaxe.
Bei den multiresistenten Krankheitserregern werden Sessions zu den Pathogenen MRSA im häuslichen Umfeld und ESBL-positive Enterobakterien angeboten, und das zentrale Thema Händehygiene wird aus fünf verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Ausreichend Raum wird im Rahmen des Symposiums der Technischen Hygiene eingeräumt mit Beiträgen zur Zentralen Sterilgutversorgung, Raumlufttechnischen Anlagen, Bioaerosolen, Aufbereitungsverfahren und Desinfektionsmaßnahmen.
Die traditionell unter der Ägide der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) stattfindenden Sessions beschäftigen sich diesmal mit allen Facetten des Themas Biofilme. Nach einem Übersichtsreferat von Prof. Dr. Axel Kramer, Greifswald, werden die Aspekte Biofilme und Wunde (Prof. Dr. Ojan Assadian, Wien), Biofilme und Medizinprodukte bzw. Antibiotikatherapie (Dr. Nils Hübner, Greifswald) und neueste Arbeiten der Greifswalder Arbeitsgruppe zum Thema präsentiert. Ergänzt werden diese Beiträge durch den Vortrag von Prof. Dr. Martin Exner, Bonn zu Biofilmen auf Kathetersystemen und in der Trinkwasserversorgung. Komplettiert wird die Thematik „Wasser“ durch eine Educational Session nach amerikanischem Muster und den Plenarvortrag über die Entdeckung der Cholera-Ätiologie durch Robert Koch.
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