Herzchirurgische Intensivkapazitäten gezielt steuern
Der Leipziger postoperative Behandlungspfad zeigt, wie sich herzchirurgische Patienten schneller erholen und Intensivstationen entlastet werden.
Prof. Dr. Jörg Karl Ender, Anästhesiologie und Intensivmedizin, Herzzentrum Leipzig und Dr. Luisa Winkler, Helios Cluster Leipzig
Herzchirurgische Patienten galten lange als klassische Intensivpatienten: Nach dem Eingriff folgte routinemäßig die postoperative Überwachung auf der Intensivstation. Am Herzzentrum Leipzig wird dieser Automatismus seit 2005 differenziert betrachtet. Dort wurde ein Konzept für Enhanced Recovery After Cardiac Surgery (ERACS) etabliert, das geeignete Patienten direkt postoperativ in eine spezialisierte Post-Anesthesia Care Unit (PACU) führt. Der Ansatz verbindet frühe Extubation, engmaschiges Monitoring, standardisierte Analgesie, Delirprävention und strukturierte Übergaben in Richtung Intermediate Care (IMC) und Normalstation.
Die nun publizierte Langzeitauswertung im Journal of Clinical Anesthesia (Zakhary et al. 2026) umfasst den Zeitraum von November 2005 bis Dezember 2020. Von 56.371 herzchirurgischen Patienten wurden 23.724, also 42%, über PACU und ERACS-Protokoll versorgt; nach Ausschluss unvollständiger Datensätze gingen 20.773 Fälle in die Analyse ein. Der PACU-Anteil stieg von 19% im Jahr 2006 auf 60% im Jahr 2020. (siehe Grafik) Bemerkenswert ist, dass diese Ausweitung parallel bei zunehmender Eingriffskomplexität erfolgte.
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