Neues Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin
Ein Leuchtturmprojekt in Mitteldeutschland ist das neue Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin: gemeinsam gründen BG Klinikum Bergmannstrost Halle und Universitätsmedizin Halle das Kompetenzzentrum.

Angesichts wachsender Herausforderungen in der Notfallversorgung – von Naturkatastrophen über Großschadensereignisse bis hin zu bewaffneten Konflikten – gewinnt die Vorbereitung auf eine Medizin unter Extrembedingungen an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund hat sich in Halle (Saale) am 24. April 2026 im Rahmen eines Symposiums mit fast 300 Teilnehmenden und im Beisein hochrangiger Vertreter aus Landespolitik, Medizin und Rettungswesen das Mitteldeutsche Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin (MZKR) gegründet. Das Vorhaben ist ein gemeinsames Projekt des BG Klinikums Bergmannstrost Halle und der Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Ziel des MZKR ist es, das hiesige Gesundheitswesen für regionale und überregionale Krisenlagen nachhaltig zu stärken und damit die Versorgungssicherheit in Krisen- und Katastrophenlagen zu verbessern. Unter anderem ist ein interprofessionelles Ausbildungsinstitut für Notfall-, Katastrophen- und taktische Medizin geplant, mit modernem Skillslab und Simulationszentrum. Zudem soll mit dem MZKR eine überregionale Kompetenzstelle für Forschung und Vernetzung entstehen. Dafür werden bestehende gesundheitsbezogene Netzwerk- und Ausbildungsstrukturen zusammengeführt und gezielt weiterentwickelt. Eingebunden werden zentrale Akteure der Notfall- und Gefahrenabwehr, darunter Rettungsdienste, Feuerwehren, die Landesärztekammer, die Bundeswehr, Polizei sowie zuständige Behörden auf Landes- und Bundesebene. Hier knüpft das Bergmannstrost auch an die bestehende Kooperation zwischen den BG Kliniken und den Bundeswehrkrankenhäusern an. Beide Partner arbeiten bereits seit 2019 zusammen.
Prof. Dr. Philipp Kobbe, Ärztlicher Direktor des BG Klinikums Bergmannstrost Halle und Initiator des MZKR:
„Mit dem Mitteldeutschen Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin schaffen wir eine Struktur, die weit über die klassische Notfallversorgung hinausgeht. Für uns als spezialisiertes Traumazentrum ist es ein zentraler Auftrag, unsere besondere Expertise in der Versorgung Schwerverletzter und in der Bewältigung komplexer Schadenslagen aktiv in ein leistungsfähiges Netzwerk einzubringen. Die zunehmende Zahl und Komplexität von Krisenszenarien erfordern neue Antworten – in der Ausbildung, in der Vernetzung und in der Nutzung digitaler Technologien. Genau hier setzen wir mit dem MZKR an.“
Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: „Die Medizin unter Extrembedingungen ist eine der anspruchsvollsten Disziplinen, die wir als Medizinische Fakultät lehren können. Mit dem MZKR wollen wir in Lehre und Forschung unseren Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern Inhalte bereitstellen, die kein Hörsaal allein vermitteln kann: die Vorbereitung auf das Unvorhersehbare. Wir werden gemeinsam curriculare Angebote und Forschungsstrukturen entwickeln, die den medizinischen Nachwuchs in Mitteldeutschland gezielt auf Krisen- und Katastrophenlagen vorbereiten. Denn eine resiliente Gesellschaft braucht nicht nur gut ausgestattete Systeme – sie braucht exzellent ausgebildete Menschen, die in der Krise handlungsfähig bleiben."
Am Gründungssymposium des MZKR am 24. April 2026 hatten fast 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Landespolitik, Medizin, Wissenschaft, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz teilgenommen. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gehörten u.a. Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt und Schirmherr der Veranstaltung, Dr. Tamara Zieschang, Ministerin für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Frank Hildebrand, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, Prof. Dr. Gernot Marx, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V., Prof. Dr. Uwe Ebmeyer, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt sowie Reinhard Nieper, Vorsitzender der Geschäftsführung der BG Kliniken.











