Oben auf der Agenda: Qualität für Patienten.
Der Gesundheitswirtschaftskongress unterstreicht den Stellenwert der klinischen Entscheidungsunterstützung zur Erhöhung der Behandlungsqualität.


Medizinische Qualität war ein herausragendes Thema auf dem Gesundheitswirtschaftskongress (GWK). Das hochkarätige Panel mit dem Titel „Von der Theorie zur Praxis: Qualität für Patienten erhöhen“ zeigte in Hamburg: Wissenssysteme zur Unterstützung klinischer Entscheidungen, wie UpToDate, spielen bei der Erreichung dieses Ziels eine entscheidende Rolle.
Patienten haben ein Recht auf medizinische Qualität: Laut Sozialgesetzbuch haben Leistungserbringer eine bedarfsgerechte und gleichmäßige, dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechende Versorgung der Versicherten zu gewährleisten. In der Gesundheitsversorgung zählt somit jede Entscheidung. Den geeigneten Weg bietet die evidenzbasierte Medizin – der verantwortungsbewusste, ausdrückliche und umsichtige Einsatz der besten aktuellen Evidenz beim Treffen von Entscheidungen in der Behandlung.
UpToDate bringt Evidenz in den Arbeitsalltag
Wie gelingt hier jedoch der Schritt von der Theorie zur Praxis, wenn Ärzte von wissenschaftlichen Erkenntnissen überflutet werden? Mehr als 21 Prozent aller Wissenschaftspublikationen weltweit werden im Bereich der Medizin veröffentlicht, erklärte Simone Mahn auf der Veranstaltung Ende September in Hamburg. So erschienen allein von Januar bis Oktober 2020 mehr als 87.000 Fachartikel zu Sars-CoV-2 und Covid-19, erläuterte die Marketingleiterin DACH, BeNeLux, Nordics & CEE von Wolters Kluwer Health. Zwei Drittel der Ärzte können das Wissen aus dieser enormen Zahl medizinischer Veröffentlichungen nicht mehr beherrschen, praktisch umsetzen und in ihrem Arbeitsalltag verstetigen. Am Ende des Arbeitstages bleiben daher bei Behandlern komplexe Fragestellungen ungeklärt – mit großen Auswirkungen auf die Behandlungsqualität.
„Medizinerinnen und Mediziner können aber trotz der Informationsflut schnelle und abgesicherte Entscheidungen treffen“, unterstrich Mahn beim Gesundheitswirtschaftskongress. „Die evidenzbasierte Unterstützung klinischer Entscheidungen leistet hier einen maßgebenden Beitrag.“ So biete das Wissenssystem UpToDate von Wolters Kluwer Health aktuelle, vertrauenswürdige Informationen zum vorliegenden Fall – von der Aufnahme bis zur Entlassung.
Sechs Kriterien seien ausschlaggebend für eine valide evidenzbasierte Entscheidungsunterstützung, fuhr Mahn fort. Zu ihnen zählten zusammengefasste Evidenzdaten: „In UpToDate werden relevante Evidenzdaten systematisch überprüft, durchdacht zusammengefasst, praktisch umsetzbar präsentiert und vollreferenziert.“ Eindeutige Handlungsempfehlungen auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Bewertung seien ein weiterer wichtiger Aspekt. Hinzu komme anerkannte Expertise: Über 7.400 praktizierende, meist auch forschende, Mediziner, erstellten die Inhalte von UpToDate, davon über 540 in Europa und über 80 aus DACH. Wer schreibt, wie kommt Empfehlung zustande? Transparenz und Unabhängigkeit seien maßgeblich. Ein kontinuierlicher Veröffentlichungsprozess halte die Inhalte aktuell. Und das sechste Kriterium laute: Die evidenzbasierten, bewerteten Informationen seien jederzeit verfügbar im klinischen Workflow – auf dem Smartphone, integriert in das KIS.
Nutzen und Akzeptanz zeigen den Erfolg
„UpToDate stellt Ärztinnen und Ärzten somit 24/7 die besten Experten weltweit an der Seite“, betonte Mahn. Zahlen belegen den Erfolg: Über 650 Millionen Zugriffe erfolgen pro Jahr global durch über 2 Millionen Nutzer. Studien zeigen: In 25 bis 37 Prozent der Fälle führt die Nutzung zu einer Veränderung der Entscheidung hinsichtlich der Behandlung des Patienten, in bis zu 60 Prozent wird sie bestätigt. Das bedeutet laut Mahn: „Eine valide klinische Entscheidungsunterstützung erhöht die Behandlungsqualität – unsere Lösung UpToDate verändert weltweit rund 445.000 Patientenbehandlungen … täglich!“.
Mit der Entscheidungsunterstützung durch leistungsstarke Systeme wie UpToDate gelingt der Schritt von der Theorie zur Praxis. So lautete der Tenor der interdisziplinären Session zur Qualität, die Dr. Volker Nürnberg, Professor an der Allensbach Hochschule und der TU München, moderierte.
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