Das unterschätzte Nadelöhr in der Radiologie
Warum der Patiententransfer den Workflow von CT- und MRT-Untersuchungen stärker beeinflusst als oft angenommen.

System lösen und im 15-Grad-Raster positionieren.
Radiologieabteilungen investieren kontinuierlich in moderne Bildgebungstechnologie, leistungsfähige IT-Systeme und effizientere Befundungsprozesse. Gleichzeitig steigt der Druck auf viele Einrichtungen: Untersuchungszahlen nehmen zu, Personalressourcen bleiben begrenzt und Untersuchungszeiten müssen möglichst effizient genutzt werden.
Dabei richtet sich der Blick häufig auf Geräte, Software oder Terminmanagement. Ein entscheidender Schritt im Untersuchungsablauf wird dagegen oft weniger beachtet – der Patiententransfer. Gerade in stark ausgelasteten Radiologieeinheiten entscheidet dieser erste Schritt häufig darüber, wie stabil und effizient der weitere Ablauf gestaltet werden kann. Denn Verzögerungen oder Unsicherheiten beim Transfer wirken sich unmittelbar auf nachgelagerte Prozesse aus – von der Lagerung bis hin zur eigentlichen Untersuchung.
Der erste Schritt bei jeder Untersuchung

Bevor eine CT-, MRT- oder Röntgenuntersuchung beginnen kann, muss der Patient zunächst auf den Untersuchungstisch gelangen. In der täglichen Praxis bedeutet das häufig: vom Rollstuhl oder vom Bett aufstehen, einige Schritte gehen und sich anschließend sicher auf dem Untersuchungstisch positionieren. Gerade in Radiologieabteilungen mit hoher Untersuchungsfrequenz wiederholt sich dieser Vorgang dutzende Male pro Tag – an jedem einzelnen Gerät.
Viele Patienten sind jedoch nur eingeschränkt mobil. Altersbedingte Schwäche, Schmerzen, postoperative Einschränkungen oder neurologische Erkrankungen können dazu führen, dass sie Unterstützung beim Aufstehen oder Umsetzen benötigen. Für das Radiologieteam ist diese Situation Alltag. Gleichzeitig stellt sie eine wiederkehrende organisatorische und körperliche Herausforderung dar.
Wenn Transfer zum Workflow-Faktor wird
In vielen Einrichtungen ist der Transfer auf den Untersuchungstisch einer der zeitkritischsten Schritte im gesamten Untersuchungsablauf. Während moderne Bildgebungssysteme immer schneller arbeiten, bleibt dieser Prozess stark von manuellen Handgriffen abhängig. Benötigt ein Patient zusätzliche Unterstützung, müssen häufig mehrere Mitarbeitende helfen. Das kann den Ablauf verzögern – insbesondere in Abteilungen mit dicht getakteten Untersuchungsterminen.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Unsichere oder instabile Bewegungen von Patienten können zusätzliche Zeit erfordern, etwa wenn Positionen korrigiert werden müssen oder der Patient erneut aufgerichtet werden muss. Auf diese Weise kann ein scheinbar kleiner Arbeitsschritt den gesamten Ablauf einer Untersuchung beeinflussen. Besonders in hochfrequentierten Bereichen wie CT oder MRT, in denen Untersuchungen eng getaktet sind, können sich selbst kurze Verzögerungen schnell summieren. Ein verzögerter Transfer wirkt sich nicht nur auf den aktuellen Slot aus, sondern verschiebt nachfolgende Termine und erhöht den Druck auf das Personal im weiteren Tagesverlauf.
Körperliche Belastung im Arbeitsalltag

Neben organisatorischen Aspekten spielt auch die körperliche Belastung für das Personal eine Rolle. Das Aufrichten, Stabilisieren oder Umsetzen von Patienten gehört zu den wiederkehrenden Tätigkeiten im Radiologiealltag. Gerade wenn Patienten nur begrenzt aktiv mitarbeiten können, entsteht eine erhebliche körperliche Belastung für MTR und Pflegepersonal. Im Laufe eines Arbeitstages summieren sich diese Situationen.
Vor dem Hintergrund von Personalmangel und steigenden Untersuchungszahlen gewinnt daher auch die ergonomische Gestaltung dieser Arbeitsprozesse zunehmend an Bedeutung. Radiologieabteilungen stehen vor der Herausforderung, Arbeitsabläufe effizient zu gestalten und gleichzeitig die Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden zu berücksichtigen. Gleichzeitig wird die ergonomische Qualität von Arbeitsplätzen zunehmend auch unter dem Aspekt der Arbeitgeberattraktivität betrachtet. Einrichtungen, die gezielt in entlastende Arbeitsprozesse investieren, können nicht nur die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden schützen, sondern auch ihre Position im Wettbewerb um qualifiziertes Personal stärken.
Patienten aktiv in Bewegungen einbinden

Ein Ansatz besteht darin, vorhandene Mobilität der Patienten stärker zu nutzen. Viele Patienten können einen Teil der Bewegung selbst ausführen – beispielsweise beim Aufrichten oder beim stabilen Aufstehen – wenn sie dabei eine sichere Unterstützung haben. Stabile Haltemöglichkeiten können dabei helfen, Bewegungen kontrollierter und sicherer auszuführen. Patienten können sich beim Aufstehen festhalten und ihre Bewegung aktiv unterstützen. Für das Personal bedeutet dies eine spürbare Entlastung. Gleichzeitig kann der Transferprozess strukturierter und ruhiger ablaufen.
Haltesysteme im Radiologiealltag nutzen
In einigen Einrichtungen werden inzwischen Haltesysteme eingesetzt, die speziell für den Einsatz in Untersuchungsräumen entwickelt wurden. Sie bieten Patienten eine stabile Unterstützung beim Aufstehen oder beim Wechsel auf den Untersuchungstisch.
Solche Systeme können je nach räumlicher Situation an der Decke, an der Wand oder am Boden montiert werden und lassen sich in unterschiedliche Raumkonzepte integrieren. Ein Beispiel ist das Haltesystem get up des Medizintechnikunternehmens febromed. Es wurde für radiologische und angrenzende klinische Bereiche entwickelt, in denen Patienten beim Aufstehen, Umsetzen oder Positionieren Unterstützung benötigen.“ Durch einen stabilen Griff können Patienten ihre Bewegung selbst mit unterstützen und sich kontrolliert aufrichten. Gleichzeitig kann das Personal den Transfer begleiten, ohne den Patienten vollständig anheben oder stabilisieren zu müssen.
Integration in bestehende Radiologieräume

Haltesysteme können in verschiedenen Bereichen der Radiologie eingesetzt werden, etwa in CT- und MRT-Räumen oder in konventionellen Röntgenbereichen. Die unterschiedlichen Montagevarianten ermöglichen eine Anpassung an die jeweiligen räumlichen Gegebenheiten. Ziel ist es, Patienten eine stabile Unterstützung zu bieten und gleichzeitig den Arbeitsablauf für das Personal zu erleichtern.
In modernen Untersuchungsräumen spielt dabei auch die Integration in die vorhandene Gerätetechnik eine Rolle. Flexibel einstellbare Schwenkbegrenzungen können beispielsweise verhindern, dass sich Haltesysteme in Richtung sensibler Geräte oder Wände bewegen. Auf diese Weise lassen sich Bewegungsbereiche definieren und potenzielle Kollisionen vermeiden. Gerade bei älteren oder unsicheren Patienten kann eine solche Unterstützung zudem das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern. Viele Patienten fühlen sich stabiler, wenn sie sich beim Aufstehen festhalten können. Darüber hinaus lassen sich solche Systeme bereits in der Planungsphase neuer Untersuchungsräume berücksichtigen oder auch nachträglich in bestehende Räume integrieren. Entscheidend ist dabei eine frühzeitige Abstimmung mit den baulichen und medizintechnischen Gegebenheiten, um eine optimale Positionierung im Raum zu gewährleisten.
Kleine Prozessschritte mit großer Wirkung
Radiologieabteilungen investieren regelmäßig in neue Technologien, um Diagnostik schneller und präziser zu machen. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die vielen kleinen Arbeitsschritte, die den Alltag einer Abteilung prägen. Der Patiententransfer gehört dazu. Wenn Patienten beim Aufstehen aktiv unterstützt werden können und Personal körperlich entlastet wird, profitieren sowohl Mitarbeitende als auch Patienten. Gleichzeitig können Untersuchungsabläufe stabiler und effizienter gestaltet werden. Gerade in Zeiten steigender Anforderungen an radiologische Einrichtungen lohnt es sich daher, auch scheinbar selbstverständliche Prozesse genauer zu betrachten. Dabei zeigt sich, dass nicht nur große Investitionen, sondern auch gezielte Anpassungen im Detail einen messbaren Einfluss auf den Arbeitsalltag haben können. Insbesondere an den Schnittstellen zwischen Patient und Technik entstehen häufig Potenziale, die im Alltag zunächst unauffällig bleiben. Denn manchmal liegt das eigentliche Nadelöhr nicht in der Technologie – sondern im ersten Schritt der Untersuchung.

febromed entwickelt Haltesysteme zur Unterstützung von Patienten beim Aufstehen und Umlagern. Die Lösungen werden unter anderem in Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin eingesetzt und können je nach räumlicher Situation an Decke, Wand oder Boden installiert werden
Typische Einsatzbereiche
- Computertomographie (CT)
- Magnetresonanztomographie (MRT)
- konventionelles Röntgen
- Nuklearmedizin
- Strahlentherapie
Unterstützung für Patienten
- Hilfe beim Aufstehen
- stabiler Halt beim Positionieren
- mehr Sicherheit bei Bewegungen
Vorteile für das Personal
- ergonomischere Arbeitsabläufe
- geringere körperliche Belastung
- strukturierterer Patiententransfer










