03.11.2026 • Anzeige • News

Die Chancen der Ambulantisierung nutzen

Ambulantisierung ist Pflichtprogramm für jedes Krankenhaus. Um den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, muss er strategisch gesteuert werden. Im Fokus stehen effiziente Prozesse – für mehr Wirtschaftlichkeit und entlastetes OP-Personal.

Um profitabel ambulant zu arbeiten, benötigen Krankenhäuser effiziente...
Um profitabel ambulant zu arbeiten, benötigen Krankenhäuser effiziente Prozesse – gleichzeitig gewinnen OP-Teams Zeit und sie werden entlastet.
© Paul Hartmann AG

Die Ambulantisierung operativer Eingriffe wird den OP-Alltag in Kliniken auch in Zukunft spürbar verändern. Die Hybrid-DRG bedeuten für Krankenhäuser sinkende Erlöse pro Eingriff bei gleichzeitig unverändert hohem Ressourcenbedarf im zentralen OP. Der ökonomische Druck, effizient und verlässlich zu arbeiten, nimmt damit zu. Gleichzeitig sichert ein breites Versorgungsangebot, das stationäre und ambulante Leistungen verbindet, den Standort, bindet Patienten und ermöglicht zusätzliche Einnahmequellen. Für Entscheidungsträger und Verantwortliche im OP-Umfeld stellt sich die Frage nach ganzheitlichen Lösungsansätzen, die messbare Ergebnisse erzielen.

Es empfiehlt sich ein systematischer Ansatz mit aufeinander abgestimmten Bausteinen: Optimierten Prozessen, indikationsbezogene, vordefinierte OP-Sets und Einweginstrumente, Digitalisierung sowie Schulungen und Trainings.

Grundsätzlich endet erfolgreiche Ambulantisierung nicht an der Tür zum OP-Saal, sondern umfasst den gesamten Patientenpfad von der Zuweisung bis zur Nachsorge. Einzelne Hebel sind in dem komplexen gesamtorganisatorischen System voneinander abhängig und lassen sich daher gut gemeinsam lösen.

Wirtschaftlichkeit entscheidet sich im OP

Zeitverluste, schwankende Wechselzeiten, Material- oder Instrumentenengpässe sind längst nicht mehr nur organisatorische Herausforderungen – sie beeinflussen unmittelbar die Tagesleistung und Wirtschaftlichkeit des OP-Betriebs. Konkret chirurgische Eingriffe sind Haupttreiber für DRG-Erlöse. Je besser der OP ausgelastet ist, desto höher die Fallzahlen und damit Erlöse. Bei planbaren operativen Eingriffen sind Hybrid-DRG-Fälle und ambulante OPs daher die zentralen Stellschrauben: Wer hier konsequent effiziente Strukturen und Prozesse entwickelt, sichert Erlöse und Wettbewerbsfähigkeit. Daneben müssen auch die Kosten kontrolliert werden. Eine hohe OP-Planungssicherheit mit pünktlichen Starts, effizienten Abläufen und kurzen Wechselzeiten ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.

Die Basis für nachhaltige Veränderungen bildet eine fundierte Analyse der Hybrid-DRG-Eingriffe und Abläufe sowie relevanter OP-Kennzahlen. Digitale Tools unterstützen das OP-Controlling, indem sie beispielsweise die Materiallogistik steuern sowie Kennzahlen und Wechselzeiten transparent machen. Außerdem können sie in bestimmten Bereichen konkrete Mehrwerte bieten, wie ein digitales Bestell- und Bestandsmanagement, das für mehr Fallkosten-Transparenz und Budgetkontrolle sorgt.

Expertenbriefing Ambulantisierung 
Strategische Orientierung für Kliniken, die Ambulantisierung wirtschaftlich gestalten wollen – aus der Sicht von vier Fachexperten finden Sie hier.

Erhöhte Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit

Zusätzliche ambulante Fälle erfordern einen besonders schnellen und zugleich sicheren Durchlauf. Um das OP-Personal zu entlasten, sollten Krankenhäuser ihre Mitarbeiter gezielt für wertschöpfende Tätigkeiten einsetzen. Wichtig ist eine Personalstruktur, die das Team trägt und zu mehr Zeit für patientennahe Aufgaben und den Eingriff selbst führt. Optimierte Prozesse, klare Standards im OP und effiziente begleitende Abläufe bedeuten weniger Stress, was sich wiederum positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt. Gleichzeitig erhöhen sich Qualität und Sicherheit für Patienten.

Um ambulante OP-Tage mit hochstandardisierten Eingriffen im Testlauf zu erproben, braucht es Standards und Checklisten für einen verlässlichen Ablauf, klare Rollen und Verantwortlichkeiten sowie eine starke OP-Koordination als Schnittstelle zu Chirurgie, Anästhesie und Funktionsbereichen. Tägliche Mikrobesprechungen stellen sicher, gut in den Tag zu starten; regelmäßige, kurze Teamreflexionen machen sichtbar, wo Optimierungspotential besteht. Je einfacher Prozesse sind, zum Beispiel bei der Dokumentation, desto weniger Fehler entstehen. Um neue teamübergreifende Standards langfristig zu etablieren, die Einarbeitung zu erleichtern und auf dem neuesten Wissenstand zu bleiben, eignen sich praxistaugliche Schulungskonzepte.

Ein Ansatz für alle Bereiche des OP-Kern­prozesses: Standardisierte,...
Ein Ansatz für alle Bereiche des OP-Kern­prozesses: Standardisierte, vorkonfigurierte Komplett-Sets mit Einmalinstrumentarium
© Paul Hartmann AG

Typische Engpässe im OP-Alltag vermeiden

Ein konzeptioneller Ansatz für alle Bereiche des OP-Kernprozesses sind standardisierte, vorkonfigurierte Komplett-Sets mit Einmalinstrumentarium, besonders bei hybriden Eingriffen, die kurz und häufig sind. Im Idealfall verbinden sie Vorteile wie eine vereinfachte Logistik, weniger Rüstzeiten und Nachbereitung, bessere Planbarkeit und sofortige Verfügbarkeit zu einem stabilen, reproduzierbaren Prozess, und verursachen dabei signifikant weniger Verpackungsmüll. Der nachhaltige Aspekt ist hier zu betonen, sowohl was die eingesetzten Materialien als auch die effizient gestalteten, skalierbaren OP-Prozesse angeht. Der OP-Bereich sollte dabei unbedingt mehrdimensional betrachtet werden. Wer bei Personal, Logistik und Material ressourcenbewusst handelt, sorgt dafür, dass der OP-Saal nicht leer steht – und für mehr Erlöse.

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