IS-H-Ablöse: Die Chance für tragfähige Veränderungen nutzen
Wie können Krankenhäuser die IS-H-Ablöse für mehr Effizienz, Transparenz und Liquiditätssteuerung nutzen?
Christian Köhl, Bereichsleiter Kundenprojekte & Vertrieb Deutschland, Meierhofer, München

Mit dem Ende von SAP IS-H steht für viele Krankenhäuser eines der größten IT-Projekte der kommenden Jahre an. In zahlreichen Häusern kommt gleichzeitig auch i. s.h.med auf den Prüfstand. Das bindet Ressourcen und verlangt weitreichende Entscheidungen. Zugleich eröffnet sich die Chance, gewachsene Strukturen neu zu ordnen und die Krankenhaus-IT strategisch, technologisch und prozessual weiterzuentwickeln.
Der Anspruch von Meierhofer an diese Transformation ist klar: Ein Krankenhaus sollte nach der IS-H-Ablöse in einem einheitlichen wie prozessual durchgängigen System mehr Entscheidungshoheit zur Liquiditätssteuerung haben als vorher und zwar beginnend im ambulanten Aufnahmeprozess.
Strategie: Systemgrenzen neu definieren
IS-H hat über Jahrzehnte geprägt, wie Aufgaben zwischen ERP und KIS verteilt sind. Patientenmanagement und Patientenabrechnung waren eng in der SAP-Welt verankert, klinische Prozesse im Krankenhausinformationssystem. Mit der Ablösung von IS-H ist diese Aufgabenteilung nicht länger gesetzt.
Krankenhäuser können neu entscheiden, welche Aufgaben künftig im ERP, im KIS oder in spezialisierten Anwendungen liegen; dabei muss der Patientenprozess die Richtung vorgeben.
Denn Aufnahme, Fallführung, Behandlung, Dokumentation, Leistungserfassung und Abrechnung sind keine voneinander unabhängigen Prozesse. Sie bauen auf denselben Informationen auf und beeinflussen sich gegenseitig. Patientenmanagement ist deshalb weit mehr als Stammdatenverwaltung. Es ist der Einstiegspunkt in die Versorgungsprozesse – von der Aufnahme bis zur Abrechnung.
Diesen Gedanken verfolgen wir bei Meierhofer mit M-KIS. Patientenmanagement, klinische Prozesse, Medizincontrolling und Abrechnung werden in einer gemeinsamen Systemwelt miteinander verbunden. Das ERP bleibt für kaufmännische Prozesse zentral. M-KIS kann mit unterschiedlichen ERP-Systemen zusammenspielen. So können Krankenhäuser KIS- und ERP-Strategie unabhängiger voneinander weiterentwickeln.
Für Meierhofer ist das ein wesentlicher Gewinn der Transformation: Eine historisch gewachsene Abhängigkeit sollte nicht einfach durch eine neue ersetzt werden. Eine neue Architektur schafft auch technologisch andere Möglichkeiten. Statt bestehende Strukturen fortzuführen, können moderne Anwendungen Prozesse durchgängiger verbinden, Informationen weiterverwenden und Arbeitsschritte stärker automatisieren.
Möglichkeiten einer neuen Softwaregeneration nutzen
Das zeigt sich beispielsweise in der Abrechnung. Abrechnungsrelevante Informationen aus Behandlung und Therapie werden in M-KIS automatisch aus der Falldokumentation in den Abrechnungsprozess übernommen. Automatische Prüfungen und Validierungen unterstützen bereits bei der Datenerfassung.
Eine moderne, offene Architektur ermöglicht zudem, Systeme flexibel zu verbinden und einzeln weiterzuentwickeln. Das ist gerade für Krankenhäuser wichtig, die ihre IT-Landschaft nicht in einem einzigen Großprojekt erneuern können oder wollen.
Technologie wird damit zum Enabler für Wahlfreiheit: Veränderungen können schrittweise erfolgen, Systeme lassen sich unabhängig voneinander modernisieren und neue Anforderungen leichter integrieren.
Komplexität aus dem Arbeitsalltag nehmen
Der Nutzen einer neuen Softwaregeneration zeigt sich im Arbeitsalltag. Wenn Informationen aus Aufnahme, Behandlung und Dokumentation für nachfolgende Prozesse verfügbar sind, sinkt der Aufwand für Mehrfacherfassungen, Nachrecherchen und manuelle Prüfungen. Routinefälle können in der Abrechnung komplett automatisiert verarbeitet werden. Mitarbeitende in Abrechnung und Medizincontrolling konzentrieren sich auf Fälle mit fachlichem Klärungsbedarf. Vollständige und plausible Daten verbessern zugleich die Qualität der Abrechnung und schaffen eine wichtige Grundlage für Erlössicherheit und Wirtschaftlichkeit.
So wird Prozessharmonisierung zum Vorteil im Arbeitsalltag, weil zusammengehörende Abläufe so verbunden sind, dass sie für die Menschen, die täglich damit arbeiten, einfacher und verlässlicher werden.
IS-H-Installationen sind über Jahrzehnte gewachsen, individuell angepasst und über zahlreiche Schnittstellen in die jeweilige IT-Landschaft eingebunden. Kommt die Ablösung von i. s.h.med hinzu, steigt die Komplexität. Deshalb gehören Produktreife, standardisierte Vorgehensweisen,
Migrationserfahrung und Projektkompetenz zu einer tragfähigen IS-H-Ablöse-Strategie.
Aus Chancen müssen funktionierende Projekte werden
M-KIS Patientenmanagement ist bereits seit Jahren im Einsatz, M-KIS Abrechnung inzwischen erfolgreich produktiv und Leistungs- und Medizincontrolling sind schon immer integraler Bestandteil von M-KIS. Meierhofer spricht deshalb nicht nur darüber, wie eine zukünftige Architektur aussehen könnte, sondern setzt diese bereits in Kundenprojekten um.
Richtig genutzt kann die IS-H Ablöse auf drei Ebenen nachhaltige Veränderungen anstoßen: strategisch durch mehr Wahlfreiheit, technologisch durch eine moderne und flexible, web- und cloud-fähige Architektur und im Arbeitsalltag durch durchgängige, stärker automatisierte Prozesse.
Eine gute IS-H-Nachfolge schafft die Voraussetzungen für die nächsten Entwicklungsschritte des Krankenhauses.













