Krankenhaus Nordwest schließt Qualitätsvertrag zur besseren Versorgung bei Mangelernährung
Das Krankenhaus Nordwest hat mit der AOK Hessen und der Barmer einen Qualitätsvertrag zum Thema Mangelernährung abgeschlossen.

Ziel der Vereinbarung ist es, die frühzeitige Erkennung, Behandlung und Prävention von Mangelernährung bei stationären Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern und die Versorgungsqualität nachhaltig zu stärken. In Hessen ist das Krankenhaus Nordwest das erste Haus, das diesen Weg geht.
Qualitätsverträge nach § 110a SGB V ermöglichen es Krankenhäusern und Krankenkassen, innovative Versorgungsansätze finanziell zu fördern, strukturiert umzusetzen und wissenschaftlich zu begleiten. Ziel ist es, bewährte Maßnahmen langfristig in die Regelversorgung zu überführen. Mangelernährung ist dabei ein bislang unterschätztes Thema: Rund 30 Prozent der Patientinnen und Patienten in deutschen Krankenhäusern sind betroffen.
„Das Risiko für Mangelernährung ist besonders bei Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen und Pflegebedarf erhöht. Ausgeprägter Nährstoffmangel kann sich nachteilig auf Krankenhausbehandlungen und Heilungsprozesse auswirken. Mit dem Qualitätsvertrag bieten wir unseren Versicherten somit einen wichtigen Baustein für noch mehr Behandlungsqualität und Patientensicherheit“, sagt Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen.
Im Rahmen des Vertrags werden bestehende Prozesse weiterentwickelt und neue Strukturen etabliert. Dazu gehören standardisierte Screenings bei der Aufnahme, mit denen Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig identifiziert werden. Die Einschätzung erfolgt dabei nicht mehr ausschließlich auf Basis einer subjektiven Blickdiagnose, sondern mithilfe validierter Screening-Tools. Auf dieser Grundlage erstellen spezialisierte Ernährungsfachkräfte individuelle Ernährungspläne.
„Durch das systematische Screening und klare Behandlungspfade erkennen wir Mangelernährung heute deutlich früher. Das ermöglicht eine gezielte Ernährungstherapie. Diese verbessert nachweislich die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten, nimmt Einfluss auf das Behandlungsergebnis und sorgt für eine bessere Begleitung – auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus“, sagt Ingeborg Rötzer, Leiterin Ernährungstherapie am Krankenhaus Nordwest.
Die im Rahmen des Qualitätsvertrags umgesetzten Maßnahmen werden wissenschaftlich begleitet. In einer Studie wird überprüft, ob und in welchem Umfang sich die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Mangelernährung verbessert und welche Effekte dies auf den Behandlungsverlauf hat.
„Für die AOK Hessen steht die Qualität der Behandlung klar im Fokus. Der Qualitätsvertrag zur Mangelernährung ist ein wichtiger Schritt, um die Patientenversorgung gezielt zu verbessern und nachhaltige Qualitätsstandards zu etablieren. So schaffen wir spürbare Verbesserungen für unsere Versicherten,“ sagt Joachim Henkel, bei der AOK Hessen verantwortlich für das Thema stationäre Versorgung.
„Das Krankenhaus Nordwest beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit der Ernährungstherapie,“ so Manuel Zelle, Geschäftsführer der Krankenhauses Nordwest GmbH. „Durch den Qualitätsvertrag wird der Fokus nun weiter verstärkt und systematisch ausgebaut. Für uns ein logischer Schritt, um unseren Patientinnen und Patienten eine hochwertige, ganzheitliche und evidenzbasierte Versorgung zu bieten und aktiv an der Weiterentwicklung der Versorgungsqualität mitzuwirken.“
















