Aus der Pandemie lernen
Das Fachnetzwerk Infektionen bündelt die Kräfte der deutschen Universitätsmedizin für eine leistungsfähigere klinische Infektionsforschung.
Prof. Dr. Janne Vehreschild, Isabel Bröhl und Dr. Margarete Scherer, Institut für Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften, Fachbereich Medizin, Goethe-Universität Frankfurt

Infektionskrankheiten gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte und Todesfälle. Ob Blutstrominfektionen mit antibiotikaresistenten Erregern, schwere Pneumonien oder neuartige Pathogene – die Herausforderungen an die klinische Forschung sind enorm. Gleichzeitig zeigt der internationale Vergleich, dass Deutschland bei der Durchführung klinischer Infektionsstudien noch erhebliches Potenzial hat: Komplexe Vertragsprozesse, fragmentierte Strukturen und fehlende zentrale Koordination bremsen die Initiierung und Rekrutierung. Genau hier setzt das Fachnetzwerk Infektionen (Study Network Infectious Diseases, SNID) an – als fachspezifische Rekrutierungsplattform im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). Damit ist es das erste Fachnetzwerk im NUM Studiennetzwerk, einer neuen übergreifenden Struktur zur Stärkung der klinischen Studien in Deutschland. Die Aufbau- und Pilotphase wurde von Mitte 2024 bis Mitte 2025 mit insgesamt knapp acht Mio. € für das NUM Studiennetzwerk und das Fachnetzwerk Infektionen gemeinsam gefördert; für die anschließende Ausbauphase von 2025 bis 2030 stehen dem Fachnetzwerk Infektionen rund 21 Mio. € zur Verfügung.
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