Cyberresilienz für Krankenhäuser durch Krisenübungen
Krankenhäuser werden immer wieder Opfer von Cyberangriffen. Mit Krisenübungen lassen sich die Widerstandskraft gegen Angriffe stärken und Schäden reduzieren.
Dr. Markus Schneider, Fraunhofer SIT & Nationales Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE, Darmstadt

Die Bedrohungslage durch Cyberangriffe ist für Krankenhäuser sehr ernst. Laut öffentlich verfügbarer Daten ist der Gesundheitssektor in Deutschland wie kein anderer Sektor von Cyberangriffen betroffen. Auch in Kliniken hat die Digitalisierung, die aus Wettbewerbsgründen notwendig ist, zu einer erheblichen Vergrößerung der Angriffsfläche geführt. Die interne Vernetzung in der IT-Infrastruktur einer Klinik können Angreifer nutzen, um nach Eindringen Zugriff auf medizinische Anwendungen oder Patientenakten zu bekommen, oder um einen kompletten Stillstand im Klinikbetrieb zu erwirken, z.B. indem sämtliche Daten verschlüsselt werden. Solche Angriffe laufen als Ransomware-Angriffe auf Erpressung mit Lösegeldforderungen hinaus. Hierfür nutzen Angreifer irgendeine Schwachstelle aus und hangeln sich danach von ihrem Einstiegspunkt zu ihrem jeweiligen Angriffsziel vor, mit dem sie für die Erpressung möglichst großen Druck auf ihr Opfer ausüben können. Die Zeitspanne für dieses Vorhangeln beträgt durchschnittlich länger als ein halbes Jahr. Die Cyberkriminalität agiert inzwischen in einem hochprofessionellen Ökosystem, welches kontinuierlich weiterentwickelt wird. Für Krankenhäuser stellt sich weniger die Frage, ob sie Opfer eines Cyberangriffs werden, sondern vielmehr wann. Als Mitwirkender im Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE trägt das Fraunhofer SIT dazu bei, die Digitalisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat durch Forschung, Entwicklung und Transfer zur Verbesserung der Cybersicherheit zu unterstützen.
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64295 Darmstadt
Deutschland
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