Digitales Hygienemanagement als gesunde Pflicht
Das Hygienemanagement stellt einen zentralen Pfeiler der Patientensicherheit und Qualitätssicherung in medizinischen Einrichtungen dar.
Hans-Otto von Wietersheim, Pforzheim
Im Kontext nosokomialer Infektionen, multiresistenter Erreger und globaler Gesundheitskrisen gewinnt die systematische Überwachung und Steuerung hygienerelevanter Prozesse zunehmend an Bedeutung. Die Digitalisierung eröffnet hierbei neue Möglichkeiten zur Optimierung von Hygieneprozessen durch Automatisierung, Datenintegration und Echtzeitanalysen. Unter digitalem Hygienemanagement versteht man den Einsatz informationstechnologischer Systeme zur Erfassung, Analyse, Steuerung und Dokumentation hygienerelevanter Maßnahmen im Gesundheitswesen. Digitales Hygienemanagement im Krankenhaus, oft im Rahmen einer umfassenden Digitalisierungsstrategie implementiert, nutzt Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Sensortechnik und vernetzte Systeme, um Infektionen zu verhindern. Ziel ist die Verbesserung der Compliance, die Reduktion von Infektionsrisiken sowie die effiziente Nutzung von Ressourcen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass digitale Hygiene aktuell kein „kann“, sondern ein struktureller, finanzrelevanter Bestandteil des Krankenhausalltags ist. Seit 2026 prüfen Krankenkassen verbindlich, ob gesetzlich geforderte digitale Dienste umgesetzt wurden. Fehlen Nachweise, drohen Abschläge von bis zu 2 % der DRG-Erlöse.
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