Rolle der Zytologie in der Pathologie


Rolle der Zytologie in der Pathologie. Die Zytologie als morphologisches Fach und überwiegender Teilbereich der Pathologie ist ein immer größer und wichtiger werdender Stützpfeiler besonders in der Krebsfrüherkennung und -erstdiagnosestellung.
Das Aufgabenfeld der Zytologie lässt sich als Diagnostik an der Einzelzelle oder sehr kleinen Zellverbänden kurz zusammenfassen.
Das Untersuchungsgut umfasst in erster Linie zellhaltige Ergussflüssigkeiten, Oberflächen-Abstriche, Liquor, Urin, Körperhöhlen/- röhrenspülungen und Feinnadelaspirate.
Einen erheblichen Aufschwung erlangte die Zytologie mit Dr. Papanicolaou und der Einführung des standardisierten Früherkennungstests für Gebärmutterhalskrebs in der Mitte des 20. Jahrhunderts, der heute als „Pap-Test“ bekannten Untersuchung.
Die breit angelegte Vorsorgeuntersuchung hat in diesem Bereich in den letzten 40 Jahren zu einem beispiellosen Erfolg in der Prävention invasiver Karzinome geführt.
Daneben ist es in Deutschland eine der wenigen von der Krankenkasse bezahlten Vorsorgeuntersuchungen. Eine Entwicklung der letzten Jahre beginnt auch in diesem Feld, die Diagnostik noch zu ergänzen und ggf. zu verfeinern und zu vereinfachen, die sog. Thin-Prep- (Dünnschicht-) Technik, die durch eine besondere Vereinzelungstechnik vielfach eine kontrastreichere Diagnostik zulässt (Abb. 1).
Darüber hinaus erlaubt diese Technik, am selben Untersuchungsmaterial HPVUntersuchungen o.ä. durchzuführen. Aber auch die nicht-gynäkologische Zytologie hat seit den ersten Beschreibungen an erheblicher Bedeutung für die minimal-invasive Diagnostik gewonnen.
So gibt es derzeit, teilweise durch Unterstützung bildgebender Verfahren, kaum mehr Körperkompartimente, die nicht durch zytologische Techniken wie die Feinnadelaspiration und Bürstenabstriche erreicht werden könnten.
Von immenser Bedeutung für die Qualität der zytologischen Diagnose sind die Entnahmetechniken und die direkte Verarbeitung der gewonnenen Zellen durch den Material-gewinnenden Arzt.
Zwar in erster Linie für die Zervix-Zytologie entwickelt, sind weitere Einsatzmöglichkeiten der Dünnschicht-Zytologie an anderen Materialien, wie z.B. Ergüssen Gegenstand aktueller Forschung (Abb. 2). Trotzdem ist eine qualitativ hochwertige Diagnosestellung nicht ohne eine ausführliche Angabe von klinischen Daten möglich.
Auch hier ist die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit von klinisch tätigen Ärzten und Pathologen unumgänglich und wesentlicher Bestandteil einer optimalen Patientenversorgung.
Natürlich haben, wie auch in der Histopathologie, molekulare und immunzytochemische Methoden breiten Einzug in die zytologische Routinediagnostik erhalten.
So ermöglichen verschiedene Antikörper eine sehr sichere Erkennung von Karzinomzellen in Ergusszytologien, so wie die FISH-Untersuchung (fluoreszenz- in-situ-Hybridisierung), z.B. die Abgrenzung von urothelialen Tumorzellen in Urin von solchen, die lediglich entzündlich aktiviert sind (Abb. 2).
Auch als diagnostisches Werkzeug in der Krebs-Nachsorge ist es als minimal-invasive Methode gut einsetzbar.
Weitere Verfahren wie die Untersuchung des Proteoms oder auch der nicht-zellulären Anteile (Überstand der Ergusszytologie) werden die zytologische Diagnostik weiter vorantreiben.
Kontakt:
Till Braunschweig
Prof. Dr. Axel Wellmann
Universitätsklinikum Aachen
Institut für Pathologie
D-Aachen
Tel.: 0241/8089285
Fax: 0241/8082439
www.ukaachen.de
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