05.04.2024 • News

Disease Management Programm „Adipositas“ ebnet den Weg für spezifische Weiterbildungen

Bis 2035 könnte über die Hälfte der Weltbevölkerung an Übergewicht oder Adipositas leiden, so der „World Obesity Atlas 2023“.

Foto: shutterstock 2077441
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Die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Deutsche Adipositas Gesellschaft begrüßen das neue DMP Adipositas, das am 1. April vom Bundesministerium für Gesundheit freigegeben wurde. Vorteile: Mehr Sichtbarkeit für das gesellschaftliche Problem, Zugang zur Regelversorgung für Betroffene und abrechnungsfähige Therapien für Ärzte. Neue gemeinsame Fortbildungen wie Adiposiolog*in DAG-DDG und Adipositasberater*in DAG-DDG sollen flächendeckend mehr Adipositas-Expertise in Praxen und Kliniken fördern - eine wichtige Ergänzung im Bildungsangebot der Fachgesellschaften.

In Deutschland ist etwa jeder Vierte stark übergewichtig, Tendenz steigend. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass das DMP Adipositas für Erwachsene eingeführt wird“, so Professor Dr. med. Jens Aberle, Präsident der DAG und Leiter der Kommission „Adipositas & bariatrische Chirurgie“ der DDG. „Es ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, Menschen ab einem BMI von 30 ein strukturiertes Langzeit-Behandlungsprogramm anzubieten, um Körpergewicht und damit das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Das ist ein guter erster und längst überfälliger Schritt, um der Volkskrankheit Adipositas mehr medizinische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.“

DMP Adipositas erfordert mehr Behandlungskompetenz in Praxen

Aus dem neuen Behandlungsangebot ergibt sich ein größerer Bedarf an Adipositas-Spezialistinnen und -spezialisten in ambulanten und stationären Einrichtungen. „Das medizinische Personal sollte sich nun noch intensiver mit Adipositas und seinen Folge- und Begleiterkrankungen auseinandersetzen“, erklärt Angelika Deml, Bildungsreferentin für Diabetes mellitus und chronische Erkrankungen, MSc Diabetes care und Diabetesberaterin DDG. Sie verweist auf das von DDG und DAG neu eingeführte Fortbildungsprogramm „Adiposiolog*in DAG-DDG und Adipositasberater*in DAG-DDG“. Es bietet Ärztinnen und Ärzten sowie Psycholog*innen, Sport-Therapeut*innen, Ernährungswissenschaftler*innen, Ökotropholog*innen und Diabetesassistent*innen/-berater*innen die Möglichkeit, ihre Handlungskompetenz durch praktische Fallarbeit und Hospitationen in Einrichtungen, die auf Adipositas spezialisiert sind, zu erweitern. „Die Teilnehmenden erlangen ein tieferes Verständnis für die Ursachen der Entstehung von Adipositas. Ein maßgebliches Qualifikationsziel dieser Fortbildung ist auch, dass die Teilnehmenden Inhalte zur individuellen, bedürfnis- und situationsgerechten Begleitung der Betroffenen in ihrem Krankheitsmanagement unter Berücksichtigung der aktuellen Evidenz erlernen. Darüber hinaus erhalten sie einen Überblick über multiprofessionelle und ganzheitliche Behandlungsmethoden sowie den aktuellen Stand der Forschung“, ergänzt Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Vorsitzender des DDG Ausschusses „Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung“. „Die neue Fortbildung ist stark nachgefragt, sodass für dieses Jahr bereits alle 7 angebotenen Kurse vollständig ausgebucht sind und für 2025 bereits 6 Kurstermine feststehen. Weitere Kursangebote sind in Planung.“

Schulungskonzept für Menschen mit Adipositas in Vorbereitung

Aktuell sind zudem noch keine Schulungsprogramme im DMP integriert. Somit ist das DMP zunächst nur auf regelmäßige Besuche beim koordinierenden Behandelnden begrenzt. DDG und DAG arbeiten bereits mit Kooperationspartnern an der Entwicklung eines evaluierten Schulungskonzeptes für Menschen mit Adipositas, um sie für das Management ihrer Erkrankung noch strukturierter beraten und individueller unterstützen zu können.

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