17.02.2026 • News

Günztalklinik: Ärztlicher Direktor Dr. Achim Grinschgl verlässt die Klinik

Der Ärztliche Direktor Dr. Achim Grinschgl (60) verlässt die Klinik in Obergünzburg. Dr. Matthias Wagner (54) wird sein Nachfolger.

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Dr. Achim Grinschgl (Zweiter von rechts) mit seinem Nachfolger Dr. Matthias Wagner (links neben ihm). Bezirkstagspräsident Martin Sailer (links) und Vorstandsvorsitzender Stefan Brunhuber dankten dem scheidenden Ärztlichen Direktor der Günztalklinik Allgäu für dessen hervorragende Arbeit.
© Georg Schalk

In der Günztalklinik Allgäu in Obergünzburg steht ein Chefarztwechsel bevor. Ärztlicher Direktor Dr. Achim Grinschgl wird die Klinik, die er von Anfang an geleitet hat, auf eigenen Wunsch verlassen und mit seiner Frau in Thüringen eine Praxis für Psychotherapie aufbauen. Sein Nachfolger steht bereits fest: Dr. med. Matthias Wagner (54) wird zum 1. Juni 2026 neuer Ärztlicher Direktor der Akutklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Der 54-jährige Facharzt für Psychosomatische Medizin und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie kommt von der Rehaklinik „Das Alpreflect“ in Hopfen am See.

Eigentlich war geplant, Dr. Grinschgl am 20. Oktober dieses Jahres zu verabschieden. An diesem Tag wollen die Bezirkskliniken Schwaben als Träger das zehnjährige Bestehen ihres Standortes Obergünzburg feiern. Gleichzeitig soll der Anbau der Günztalklinik eingeweiht werden. In die Erweiterung investiert das Gesundheitsunternehmen 10,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln. Weil der Ärztliche Direktor diesen Termin aus privaten Gründen jedoch nicht wahrnehmen kann, wurde er im Anschluss an die jüngste Verwaltungsratssitzung der Bezirkskliniken in Augsburg schon jetzt verabschiedet.

„Die zehn Jahre Günztalklinik Allgäu wurden wesentlich von Ihnen geprägt. Sie haben das Haus erfolgreich geführt. Es trägt ihre Handschrift. Sie haben dort Spuren und Ihre Philosophie hinterlassen“, stellte Bezirkstagspräsident Martin Sailer, der zugleich Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken ist, fest. Rückmeldungen hätten ergeben, dass Patientinnen und Patienten von der Arbeit Dr. Grinschgls begeistert sind. „Das betrifft sowohl Ihren medizinischen Sachverstand und die Behandlung nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch Ihre menschliche Komponente“, so Sailer. Dr. Grinschgl habe stets dafür gesorgt, kompetente Mitarbeiter an die Klinik zu holen.  

Dies bestätigt auch Vorstandsvorsitzender Stefan Brunhuber. Als die Günztalklinik am 15. Oktober 2016 offiziell mit 25 Patienten startete, da betraten die Bezirkskliniken „absolutes Neuland“. „Die rein elektive Aufnahme kannten wir nicht. Zum Vergleich: Am Bezirkskrankenhaus (BKH) Augsburg beträgt die Notfallquote 70 Prozent“, so Brunhuber. Das bedeutet: Durchschnittlich zwei von drei Patienten kommen „quasi automatisch“ mit dem Rettungsdienst in die Klinik oder werden von der Polizei dorthin eingewiesen. Für die psychosomatische Klinik musste dagegen um Patienten geworben werden. Gerade im Allgäu ist die Konkurrenz groß.

Dies sei von Anfang an geglückt. „Die Startphase lief auch deshalb so gut, weil Sie einige Fachkräfte mitgebracht haben“, so der Vorstandsvorsitzende. Er nannte ein paar Zahlen: Während in der Günztalklinik 2016 64 Patientinnen und Patienten behandelt wurden, sind es im vergangenen Jahr 459 gewesen. Brunhuber: „80 Prozent kommen aus Bayerisch-Schwaben. Das unterscheidet uns zu vielen Mitbewerbern.“ Positiv entwickelt habe sich auch der Personalstamm: Von acht Vollzeitkräften 2016 ist er auf derzeit 60 Frauen und Männer, die sich 40 Vollzeitstellen teilen, angewachsen.

Bislang konnten nicht alle Flächen in der Klinik bewirtschaftet werden. Damit fehlte Platz. Um sich am Markt behaupten zu können, hat der Verwaltungsrat der Bezirkskliniken schon vor längerem beschlossen, die Zahl der Krankenhausbetten von derzeit 63 auf künftig 87 zu erhöhen. Die Arbeiten im hinteren Bereich des ehemaligen Kreiskrankenhauses biegen auf die Zielgerade ein; im Sommer soll die Erweiterung in Betrieb gehen.

Im Bereich des alten OP- und Intensivbereichs und der Notaufnahme entstehen 24 neue Betten in Einzelzimmern. Zusätzlich kommen neue Therapie-, Funktions- und Büroräume sowie ein großer Mehrzweckraum für Veranstaltungen und Vorträge hinzu. Alles in allem umfasst die Erweiterung etwa 750 Quadratmeter. Das alles soll dazu genutzt werden, Patientinnen und Patienten künftig noch besser versorgen zu können. „Die Erfolgsgeschichte soll fortgeschrieben werden“, wünschen sich die Verantwortlichen.

Sowohl Sailer als Brunhuber bedankten sich beim scheidenden Ärztlicher Direktor und lobten dessen Arbeit. „Ich habe immer den Eindruck gehabt, dass sie in all den Jahren alles reingeworfen haben und immer All-in gegangen sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Selbst an seiner Nachfolgeregelung habe Dr. Grinschgl aktiv mitgearbeitet.

Nun verlässt der 60-Jährige mit seiner Frau Katrin – einer Leitenden Psychotherapeutin, die zuletzt ebenfalls in der Günztalklinik gearbeitet hat – das Allgäu, um in Thüringen einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagte Dr. Grinschgl. Die Entscheidung sei ihm schwergefallen. „Aber wenn mal die Sechs vornedran steht, dann ist es wichtig, so eine Entscheidung zu treffen.“ Er versprach, künftig Patienten von Erfurt nach Obergünzburg zu schicken. Dr. Grinschgl stünden die Türen immer offen, wenn er Heimweh habe, sagte der Bezirkstagspräsident abschließend.

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