13.07.2026 • Top-Themen

Richtfest an der Universitätsmedizin Mannheim

Mit der Aufstockung der Klinikapotheke entstehen moderne Labor- und Diagnostikflächen.

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v. l.: Prof. Dr. Thomas Miethke (Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der UMM), Prof. Dr. Alexander Dalpke (Ärztlicher Direktor des Zentrums für Infektiologie, Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Universitätsklinikum Heidelberg), Prof. Dr. Andreas Fischer (Direktor des Instituts für Klinische Chemie an der UMM), Stephan Schulz-Gohritz (CFO Verbund Heidelberg-Mannheim), Sandra Henek (Kfm. Geschäftsführerin Uniklinik Mannheim – UMM ), Prof. Dr. Christoph Brochhausen-Delius (Direktor des Pathologischen Instituts an der UMM), Tatjana Utz-Erhardt (COO Verbund Heidelberg-Mannheim), Prof. Dr. Maurice Stephan Michel (Ärztlicher Direktor UMM und Vorstandsmitglied Verbund), Christian Specht (Oberbürgermeister der Stadt Mannheim), Dr. Andreas Danne ( Leiter der Apotheke an der UMM), Dr. Carsten Dose (Leiter des Referats für Hochschulmedizin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Martin Rieger (Geschäftsführender Gesellschafter a|sh architekten)
© Axel Heiter

Die Universitätsmedizin Mannheim würdigte mit einem Richtfest ein zentrales Bauprojekt auf dem Klinikcampus: Mit der dreigeschossigen Aufstockung der Klinikapotheke in Haus 25 entsteht ein neues Institutsgebäude für die Bereiche Klinische Chemie, Medizinische Mikrobiologie und Hygiene sowie Pathologie. Rund 120 geladene Gäste aus Klinik, Wissenschaft, Politik, Planung und Bauwirtschaft feierten gemeinsam die Fertigstellung des Rohbaus.

Der Neubau ist ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung des Campus. Bislang sind zentrale diagnostische Funktionen auf verschiedene Gebäude verteilt. Künftig werden Labor- und Diagnostikbereiche räumlich gebündelt. Das schafft kürzere Wege, effizientere Abläufe, eine bessere Nutzung personeller Ressourcen und optimale Voraussetzungen für die interdisziplinäre Zusammenarbeit im klinischen Alltag.

Bessere Prozesse, bessere Arbeitsbedingungen

„Mit diesem Bau investieren wir in Strukturen, die unmittelbar im Klinikalltag wirken: in moderne Diagnostik, bessere Prozesse und attraktive Arbeitsbedingungen für hoch spezialisierte Teams“, sagt Sandra Henek, Kaufmännische Geschäftsführerin des Universitätsklinikums Mannheim. „Die Zusammenführung der Institute ist ein entscheidender Schritt, um die Leistungsfähigkeit unserer Universitätsmedizin langfristig zu stärken.“ Das Land Baden-Württemberg fördert den Bau mit 31,7 Millionen Euro. „Wir sind sehr dankbar, dass das Land Baden-Württemberg in unsere Infrastruktur und damit in unsere Zukunft als Klinikstandort investiert“, so Henek. 

Die neuen Laborflächen entstehen im zweiten und dritten Obergeschoss. Dort werden unter anderem eine gemeinsame Probenannahme, Laborautomation, ein institutsübergreifend nutzbarer PCR-Bereich sowie zusätzliche Flächen für die Pathologie, die Klinische Chemie und die Mikrobiologie eingerichtet. Im vierten Obergeschoss entstehen Büros, Besprechungsräume und Aufenthaltsbereiche für die beteiligten Institute. Rund 150 Beschäftigte werden in dem neuen Gebäudeteil arbeiten. 

„Tragende Säule moderner Medizin“

„Labordiagnostik ist heute eine tragende Säule moderner Medizin – von der Notfalldiagnostik über Infektionsmedizin bis zur personalisierten Tumortherapie“, sagt Prof. Dr. med. Maurice Stephan Michel, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Mannheim. „Mit dem neuen Institutsgebäude bündeln wir Expertise, beschleunigen Prozesse und schaffen die bauliche Grundlage dafür, Diagnostik und Therapie noch enger miteinander zu verzahnen.“

Eine besondere Neuerung ist der Einbau eines S3-Labors, das künftig für den gesamten Klinikverbund Heidelberg-Mannheim genutzt wird. Ein solches Labor ist für Arbeiten mit Erregern vorgesehen, die schwere Erkrankungen auslösen können und deshalb besondere Schutzmaßnahmen erfordern. Dazu gehören je nach diagnostischer Fragestellung bestimmte Bakterien, Viren oder andere infektiöse Biostoffe der Risikogruppe 3. Im geplanten S3-Labor steht vor allem der Nachweis beziehungsweise Ausschluss von Tuberkulose im Mittelpunkt. Bisher müssen entsprechende Spezialproben an externe Labore vergeben werden. Für beide Standorte zusammen wird mit rund 3.000 Proben pro Jahr gerechnet.

Neue Maßstäbe für moderne Pathologie

Ein Alleinstellungsmerkmal des Neubaus ist die erstmalige Umsetzung eines Raumkonzeptes für die komplett digitalisierte Pathologie an einem Universitätsklinikum. Bei der Planung wurde die Chance genutzt, alle Räume und Labore des Pathologischen Institutes entsprechend der Workflows der Digitalen Pathologie anzuordnen und zu gestalten. Damit setzt der Neubau Maßstäbe für die moderne Pathologie und bietet optimale Bedingungen für die Weiterentwicklung der pathologischen Diagnostik für die Präzisionsmedizin auf höchstem Niveau.

Auch baulich ist die Aufstockung anspruchsvoll: Da das Bestandsgebäude ursprünglich nicht für zusätzliche Geschosse vorgesehen war, werden einzelne Bereiche verstärkt; andere Gebäudeteile werden durch ein unabhängiges Brückentragwerk überspannt. So entstehen neue Ebenen über einem Gebäude, dessen Apothekenbetrieb während der Maßnahme weiterläuft.

Zeitgemäßer architektonischer Akzent 

Architektonisch verbindet der Entwurf Bestand und Weiterentwicklung. In den unteren Bereichen greifen Klinkerflächen und Fensterbänder die bestehende Gestaltung auf. In den oberen Ebenen setzen Aluminiumverbundplatten und Streckmetallelemente einen zeitgemäßen Akzent.

„An dieser stadträumlich prägnanten Adresse wird die bauliche Weiterentwicklung der Universitätsmedizin Mannheim sichtbar. Teile der Aufstockung werden als Brückentragwerk über den Bestand geführt. Gestalterisch nimmt der Entwurf Klinkerflächen und Fensterbänder des bestehenden Gebäudes auf und führt sie mit moderner Materialität zu einem klaren architektonischen Akzent weiter“, sagt Martin Rieger, Architekt und geschäftsführender Gesellschafter von a|sh architekten.

Nach Fertigstellung des Institutsgebäudes wird auch die heutige Baustellenzufahrt dauerhaft genutzt: Sie soll künftig als neue Zufahrt für Rettungswagen dienen. Damit werden Verkehrsströme auf dem Klinikgelände besser getrennt und die Rettungsdienste gelangen direkt an die Zentrale Notaufnahme. 

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