Meierhofer und Tiplu besiegeln Partnerschaft
Auf der DMEA 2026 in Berlin haben Meierhofer und Tiplu ihre strategische Partnerschaft offiziell bekannt gegeben. Ziel ist es, klinische Daten im Versorgungsalltag wirksamer nutzbar zu machen und medizinisches Personal durch intelligente, nahtlos integrierte Entscheidungsunterstützung zu entlasten.

Im Zentrum der Kooperation steht die Integration von Tiplu MAIA – einem Clinical Decision Support System (CDSS) – in das Krankenhausinformationssystem M-KIS. Bereits heute ist MAIA niedrigschwellig über einen Direktaufruf aus M-KIS erreichbar. Perspektivisch arbeiten beide Unternehmen an einer tiefen, nahtlosen Integration auf Basis von FHIR-Standards, um KI-gestützte Funktionen direkt in die klinischen Arbeitsprozesse einzubetten.
KI-Unterstützung direkt im klinischen Kontext
MAIA (Medical Artificial Intelligence Assistant) analysiert medizinische Daten wie Dokumente, Laborwerte und Vitalparameter und stellt diese strukturiert in einer eigenen Patientenakte dar. Auf dieser Basis unterstützt die Software Medizinerinnen und Mediziner unter anderem durch:
- Hinweise auf potenzielle, bislang nicht diagnostizierte Erkrankungen (Verdachtsdiagnosen)
- Risikoprädiktionen für klinische Ereignisse wie Sepsis, Sturz oder schwere Hypoglykämie
- Transparente, patientenindividuell begründete Entscheidungsunterstützung
Die Software ist als Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert und kombiniert regelbasierte Verfahren mit Machine-Learning-Modellen, die auf umfangreichen klinischen Daten trainiert wurden.
Ein zentrales Merkmal ist dabei die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse: Alle Hinweise sind patientenindividuell hergeleitet und mit medizinischer Begründung versehen. Gleichzeitig ermöglicht die FHIR-basierte Architektur eine standardisierte und interoperable Einbindung in bestehende IT-Landschaften.
Gemeinsames Ziel: Daten wirksam machen
Mit der Partnerschaft bündeln Meierhofer und Tiplu ihre Kompetenzen in klinischer IT und Künstlicher Intelligenz. Im Fokus stehen dabei europäische Werte wie Datenschutz, Transparenz und verantwortungsvoller KI-Einsatz.
„Unser Ziel ist es, medizinisches Personal im Alltag spürbar zu entlasten und gleichzeitig die Versorgungsqualität zu verbessern. Durch die Integration von MAIA in M-KIS bringen wir KI genau dorthin, wo sie den größten Nutzen stiftet: direkt in den Behandlungskontext – sicher, nachvollziehbar und nahtlos in bestehende Prozesse integriert“, sagt Christian Köhl, Bereichsleiter bei Meierhofer.
Auch auf Seiten von Tiplu steht der konkrete Mehrwert für Anwenderinnen und Anwender im Mittelpunkt: „Mit MAIA unterstützen wir Ärztinnen und Ärzte dabei, potenziell vorliegenden Erkrankungen erkennen zu können. In Kombination mit M-KIS gelingt es uns, diese Unterstützung ohne Medienbrüche in den klinischen Workflow zu integrieren – und damit echte Entlastung im Alltag zu schaffen “, erklärt Kathrin Ganser, Produktmanagerin MAIA bei Tiplu GmbH.
Technologische Perspektive: Tiefe Integration statt Insellösung
Die Partnerschaft folgt einem klaren technologischen Leitbild: weg von isolierten Anwendungen hin zu einer integrierten, interoperablen Plattform. Während MAIA bei Bedarf auch eigene Infrastruktur mitbringt, liegt der Fokus der Zusammenarbeit auf einer engen Verzahnung mit M-KIS.
Die geplante FHIR-basierte Integration ermöglicht es, Ergebnisse unmittelbar im KIS-Kontext bereitzustellen. Dadurch entsteht ein durchgängiger Informationsfluss – von der Datenerhebung bis zur klinischen Entscheidung.
Mehrwert für Krankenhäuser
Krankenhäuser profitieren durch die Partnerschaft von:
- Verfügbarkeit KI-gestützter Entscheidungsunterstützung
- reduzierter Komplexität durch Integration in bestehende Systeme
- Einhaltung europäischer Datenschutz- und Compliance-Anforderungen
Mit der Kooperation setzen Meierhofer und Tiplu ein klares Signal für die Zukunft der Health-IT: leistungsfähige, verantwortungsvolle KI – integriert, interoperabel und konsequent am Nutzen für die Versorgung ausgerichtet.










