Neubau des Heidelberger Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen


Der Neubau des Heidelberger Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) von Behnisch Architekten verbindet Funktionalität, Forschung und Versorgung mit zeitgemäßer Gestaltung. Die Architektur NCT Heidelberg wirkt offen, freundlich und einladend für Patienten, Besucher und Mitarbeiter. Sie unterstützt den Modellcharakter der Einrichtung, deren Ziel es ist, durch interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Wege in der Krebstherapie zu beschreiten.
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg. „Wir wollten ein ganz besonderes Gebäude, in dem der Krebspatient sich trotz seiner schwierigen Situation wohlfühlen kann", erklärt Dr. Hans-Joachim Möhle, Projektbetreuer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Außerdem war es unser Anliegen, ein Zeichen zu setzen für eine moderne, patientenfreundliche Krebsmedizin."
Der erste Eindruck ist untypisch für ein Krankenhaus, was auch an der Materialwahl liegt: geschliffener Estrich als Bodenbelag, Sichtbeton, Glastrennwände und Holzgeländer, die an Gartenzäune erinnern. Das Möblierungs-, Material- und Farbkonzept der öffentlichen Bereiche ist einheitlich und mit dem Wegeleitsystem abgestimmt, dessen grafische Elemente in Apfelgrün für Farbakzente und Orientierungssicherheit sorgen.
Allergikergeeignete Innenraumfarbe
Alle verputzten Wandflächen wurden mit der silikatischen Innenraumfarbe Biosil von Keimfarben beschichtet. Sie ist für Allergiker geeignet - ohne Zusatz von Lösungsmitteln oder Weichmachern und daher besonders geeignet für sensible Bereiche wie Krankenhäuser, Kindergärten oder Schulen.
Im Atrium befinden sich neben dem Empfang gut sichtbar die Cafeteria im Stil einer Kaffeebar auf Ebene 01 und der als Rückzugsort geplante Raum der „Stille" auf Ebene 02. Um die Besonderheit dieses Raumes zu gestalten, ist er von außen mit einem Geflecht aus Edelstahlbändern verkleidet und scheint im Luftraum zu schweben. Das Innere ist von einer frei geformten Raumschale umgeben, ein eingeschnittenes Oberlichtfenster lenkt den Blick zum Himmel.
Putzfassade
Der Baukörper scheint auf den beiden unteren Geschossen zu schweben, wobei die aufwendig gestaltete Putzfassade dessen skulpturalen Charakter unterstützt. Die abgeschrägten Fensterfaschen sind geformt wie überdimensionale, auf Gehrung gearbeitete Bilderrahmen. Durch die differenzierte, asymmetrische Ausführung der Faschen und ihre abwechslungsreiche Reihung in Breite und Höhe entsteht ein mit dem Sonnenstand wechselndes Licht- und Schattenspiel, das der Fassade räumliche Tiefe verleiht.
Auch bei der technischen Ausführung des Fassadenkonzepts entschied man sich für Produkte von Keimfarben. In Abstimmung mit dem zuständigen Fachberater entschieden sich die Architekten für Keim Universalputz auf Kalkzementbasis mit 5 mm grober Körnung in Weiß, aufgetragen mit einer Strukturwalze Eiche Relief. Der anschließende Farbauftrag mit der Sol-Silikatfarbe Keim Soldalit im Farbton Silber Aluminium erfolgte mit einer harten Walze, sodass nur die Spitzen der grobkörnigen Putzoberfläche eingefärbt und eine subtile Farbwirkung erreicht wurde.
Einen speziellen Aufbau erforderten die bauphysikalisch neuralgischen Punkte der schrägen Fensterfaschen: Auf eine hoch kunststoffvergütete Abdichtungsschicht auf zementöser Basis folgt ein Hydrophobierungsschutz mit Soldalit. Die Vouten, also die dreieckförmigen Abschrägungen der Unterdecke, wurden zweilagig mit gefilztem, feinkörnigen Universalputz des Herstellers in Weiß ausgeführt, während die Decke selbst mit grobem Korn verputzt worden ist.
Anbieter
Behnisch Architekten - Freie Architekten BDARotebühlstr. 163 A
70197 Stuttgart
Deutschland
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